Internet wird als Ergänzung, nicht als Konkurrenz betrachtet

Deutsche Messen gewinnen durch die Globalisierung

05.06.1998

Wie Hermann Kresse, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des AUMA, auf der Jahrespressekonferenz der Organisation resümierte, zählten die deutschen Messen zu den Gewinnern der Globalisierung. Im Vergleich zum Vorjahr registrierten die überregionalen Veranstaltungen 1997 etwa sechs Prozent mehr Aussteller und fast 2,5 Prozent mehr Besucher aus dem Ausland. Im Gegensatz zum innerdeutschen Markt sei es den Gesellschaften gelungen, das Interesse international tätiger Firmen auf den Messeplatz Deutschland zu lenken. Ein halbes Prozent einheimische Aussteller seien 1997 weniger verzeichnet worden, die deutschen Besucherzahlen gingen laut AUMA um 2,6 Prozent zurück.

In konkreten Zahlen ausgedrückt, kamen mehr als 70000 ausländische Aussteller auf deutsche Messen. Der Wert konnte ebenso wie die Gesamtzahl der Aussteller von 150000 gesteigert werden. Insgesamt besuchten 9,75 Millionen Menschen die deutschen Messen, wobei 1,75 Millionen aus dem Ausland kamen. Der Umsatz der Veranstalter kletterte auf rund vier Milliarden Mark, was gleichbedeutend mit einer Steigerung von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr ist. Als Träger der Aufwärtsentwicklung fungierten in erster Linie die Investitionsgütermessen, was der AUMA mit einer deutlich verbesserten Situation im Maschinenbau sowie der Elektrotechnik erklärte.

Kapazitätserweiterungen werden bereits genutzt

Für das Jahr 1998 erwartet der Verband eine Steigerung sowohl der Aussteller- als auch der Besucherzahlen. Die absehbare Zunahme der vermieteten Flächen belege, daß die kürzlich geschaffenen Kapazitätserweiterungen schon durch bestehende Veranstaltungen genutzt würden, hieß es. Seit 1993 seien die vermietete Fläche mit acht und die Hallenkapazität mit neun Prozent fast parallel gestiegen.

Überschneidungen zwischen Messen und Online-Medien wie dem Internet bestünden kaum. Gerade Veranstaltungen, die sich auf den Markt der IT konzentrierten, würden boomen. Online-Medien könnten das spezielle Flair einer Messe nicht ersetzen, allerdings in einigen Punkten ergänzen.