Umfrage zu Datenqualität

Deutsche Firmen schlampen mit ihren Daten

Sascha Alexander ist Head of Content & Marketing bei der BARC GmbH.
Dr. Wolfgang Martin ist Experte auf den Gebieten Big Data, Business Intelligence, Performance Management, Analytics, Business Process Management, Information Management, Information Governance sowie Cloud Computing (SaaS, PaaS). Sein Spezialgebiet sind die Wechselwirkungen technologischer Innovation auf das Business und damit auf die Organisation, die Unternehmenskultur, die Businessarchitekturen und die Geschäftsprozesse.
Fehlende oder falsche Kunden- und Produktdaten sind ein ernstes Geschäftsproblem. Trotzdem kümmern sich Anwender zu wenig um Datenqualität, auch weil sie ihre Lage zu positiv einschätzen.

Glaubt man der Selbstauskunft deutscher Unternehmensvertreter arbeiten gerade einmal sieben Prozent mit Geschäftsinformationen, deren Güte "mangelhaft" sei. Rund zwei Drittel der Anwender halten ihre Datenqualität hingegen für "befriedigend" oder zumindest "ausreichend", weitere 26 Prozent gar für "gut" bis "sehr gut".

Vieles liegt bei den Projekten im Argen: Nur sieben Prozent der Unternehmen sehen ihre Datenqualitäts-initiative als vollen Erfolg. Zudem messen 53 Prozent die Erreichung ihrer Ziele überhaupt nicht.
Vieles liegt bei den Projekten im Argen: Nur sieben Prozent der Unternehmen sehen ihre Datenqualitäts-initiative als vollen Erfolg. Zudem messen 53 Prozent die Erreichung ihrer Ziele überhaupt nicht.
Foto: Institut für Business Intelligence

Zu diesem Ergebnis kommt die von der COMPUTERWOCHE mitinitiierte Anwenderbefragung "Data Quality Check", an der im Herbst 2008 rund 100 Unternehmensvertreter teilnahmen. Sie stammten zu jeweils etwa der Hälfte aus kleinen und mittleren Firmen (bis 1000 Mitarbeitern) beziehungsweise größeren Firmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) und arbeiten vor allem in der Fertigungsindustrie, im Dienstleistungsgewerbe und in der öffentlichen Verwaltung.

Datenqualität zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Aber genügt es wirklich, im harten Wettbewerb mit Kunden- und Produktdaten zu arbeiten, deren Qualität nicht erstklassig ist, wie dies zumindest zwei Drittel der Firmen tun? Diese Frage ist auch deshalb berechtigt, da 82 Prozent der Firmenvertreter sich Wettbewerbsvorteile durch gute Daten erwarten. Hinzu kommt, dass jedes Datenproblem die Unternehmensaktivitäten oder die Einführung neuer Systeme bremst und Mehrkosten verursacht.

Daher kommt denn auch das Institut für Business Intelligence (IBI), ein weiterer Initiator der Untersuchung, zu einem anderen Schluss als die befragten Unternehmen: Anwender betreiben viel zu wenig Datenqualitäts-Management (siehe auch die Untersuchung zur schlechten Qualität von Materialstammdaten).