Desktop-Suche für Gnome

Schulze ist freier Autor der Website CIO.de und dem CIO-Magazin.
Unter Linux führte die Desktop-Suche ein Schattendasein. Zumindest für den Gnome-Desktop gibt es inzwischen mit "Beagle" eine gute Lösung. Das Tool ist zwar noch im Betastadium, arbeitet jedoch bereits sehr zuverlässig.

Beagle besteht aus drei Komponenten: Einem Daemon, der im Hintergrund die Daten auf der Festplatte indexiert, einem Kommandozeilen-Tool und einem grafischen Frontend namens "Best" (Bleeding Edge Search Tool). Voraussetzung für den reibungslosen Einsatz von Beagle ist das "Mono"-Framework sowie ein Kernel mit Inotify-Unterstützung. Ab Kernel-Version 2.6.13 ist das standardmäßig der Fall, bei älteren Kernels muss Inotify nachträglich eingebunden werden. Beagle kann zwar auch ohne Inotify arbeiten, jedoch ist das mit deutlichen Performance-Einbußen verbunden.

Nach der Installation muss zunächst der Daemon "beagled" gestartet werden. Dieser baut den Index auf und hält ihn auf dem Laufenden. Es empfiehlt sich, den Daemon automatisch bei der Anmeldung in Gang zu setzen. Zur Suche stehen dem Anwender das Kommandozeilen-Tool und die deutlich komfortablere grafische Oberfläche zur Verfügung. Beagle kann fast alle Dokumententypen durchsuchen: Neben Textdateien, Office-Dokumenten in verschiedenen Formaten und Aufzeichnungen aus verschiedenen Instant-Messaging-Protokollen werden auch die Daten der unter Linux verbreiteten PIM (Personal Information Management) -Clients "Evolution" und "Kontact" berücksichtigt. "Thunderbird" wird derzeit noch nicht unterstützt. Über eine Browser-Erweiterung für Firefox kann Beagle auch besuchte Web-Seiten indexieren. Die Suchergebnisse liefert Beagle schnell und zuverlässig.

Der Beagle-Quellcode steht zum Download bereit. Vorkompilierte Pakete finden sich auf den Servern der meisten Linux-Distributoren.

CW-Fazit

Trotz des noch jungen Entwicklungsstands ist Beagle bereits ein fast unverzichtbares Werkzeug für Linux