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Desktop-Java erhält bessere Backend-Kommunikation

18.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die nächste Generation von Java für Desktop-Rechner wird eine bessere Integration zwischen Client-seitigen Anwendungen und Backend-Servern sowie Microsofts .NET aufweisen. Java 2 Standard Edition (J2SE) 6.0, Codename "Mustang", nutzt dazu einen verbesserten Web-Services-Stack, der die Kommunikationsfähigkeiten von Java modernisiert, wenn es innerhalb eines Browsers läuft.

Gegenwärtig greift Java auf Remote Method Invocation (RMI) und Corba (Common Object Broker Requests Architecture) zurück, wenn eine Client-seitige und Browser-basierende Java-Anwendung mit Backend-Systemen oder .NET kommuniziert. RMI und Corba sind zwar zuverlässig und sicher, aber für Entwickler relativ schwierig zu erlernen und zu implementieren. Durch den Einsatz von XML-Spezifikationen (Extensible Markup Language) sollen mehr Developer angesprochen werden.

Graham Hamilton, Fellow und Vice President bei Sun Microsystems, erklärte: "Wir versuchen einige der Spaghetti zu durchtrennen, die zwischen Client und Server verlaufen. J2SE 6.0 bekommt einen 'kompletten Web-Services-Stack'".

Seit rund eineinhalb Jahren treibt Sun die Entwicklung von Client-seitigen und Online-Java-Anwendungen stärker voran. Der Hersteller bemüht sich, die Entwicklerzahlen in diesen Bereichen zu steigern und gleichzeitig sicher zu stellen, dass möglichst viele von ihnen auch Suns eigene Java-Tools und -Runtimes nutzen.

Für J2SE 6.0 will sich der Hersteller mehr Input aus der Community holen. Er hat dazu angekündigt, die Plattform unter drei verschiedenen Lizenzen anzubieten - der Java International User License (JIUL), der Java Distribution License (JDL) sowie der Java Research License (JRL). Diese sind so ausgelegt, dass sie mehr Entwickler dazu bringen sollen, den Code zu verbessern und zu korrigieren.

Laut "Computerwire" ist davon auszugehen, dass das neue Lizenz-Trio die bisherige Sun Community Sourced License (SCSL) ablösen wird. "Erwarten Sie nicht, dass wir 6.0 unter die SCSL stellen", sagte Hamilton. J2SE 6.0 wird für das kommende Jahr erwartet. (tc)