Neuer All-in-One-PC von Dell

Der XPS One 24 im Test

25.05.2009
Von Miachael Schmelzle und Alexander Kuch
Schon auf den ersten Blick stechen der riesige 24-Zoll-Bildschirm des XPS One 24 sowie die zahlreichen Videoschnittstellen ins Auge. Ob der Dell-PC die geweckten Erwartungen auch erfüllen kann, zeigt unserer Test.

Hatte Dell den XPS One bisher nur als 20-Zoll Modell angeboten, ist seit kurzem auch eine Variante in 24-Zoll erhältlich. Was, neben dem gigantischen spiegelnden Bildschirm, als erstes ins Auge sticht sind die beiden JBL-Lautsprecher. Die Basis des gesamten PCs bildet dabei eine solide wirkende Glasplatte. Wer im Internet surfen möchte kann auf einen Gigabit-Ethernet-Port, oder alternativ auf ein WLAN mit passabler Geschwindigkeit zurückgreifen. Dank der umfangreichen Video- und Audioschnittstellen fühlt sich der Dell XPS One im heimischen Wohnzimmer am ehesten aufgehoben.

Austattung:

Funktastatur mit Touchpad und Mediacenter-Steuerung
Funktastatur mit Touchpad und Mediacenter-Steuerung

Blickfang des All-in-One-PCs ist das 24-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Bildpunkten. In unserem Testgerät verrichtet Intels Core 2 Duo E7200 seinen Dienst. Als Grafikkarte fungiert die eher in Notebooks anzutreffende Nvidia Geforce 9600M GT. Gegenüber dem Vorgängermodell XPS One 20 hat Dell an der Kapazität des Arbeitsspeichers mit 2 GB nichts verändert. Auch das DVD-Brenner-Modell Teac DVW28SLC und die Festplattenkapazität von 320 GB sind gleich geblieben.

Sie haben allerdings die Möglichkeit, auf der Webseite von Dell den XPS One 24 mit Intels Core 2 Quad Q8200, einer 500 GB großen Festplatte und DVD-Brenner mit Blu-ray-Abspielfunktion zu bestellen. Für dieses Upgrade-Paket verlangt Dell einen saftigen Aufpreis von 500 Euro - zumal Grafikkarte und Arbeitsspeicherkapazität bei dieser Modellvariante unverändert bleiben.

Gute Idee: Audio- und Videoadapter im Lieferumfang
Gute Idee: Audio- und Videoadapter im Lieferumfang

Nicht nur durch die Größe des Bildschirms, sondern auch durch die Schnittstellenausstattung weist Dell dem schwergewichtigen All-in-One-PC einen Platz im Wohnzimmer zu: Neben einem TV-Eingang für analoges Fernsehen und DVB-T verfügt der Dell XPS One 24 über 2 Firewire-Schnittstellen und einen Video-Eingang. Für diese Eingangsbuchse legt Dell einen analogen Video-Adapter bei. So können Sie Geräte über S-Video und Composite-Video anschließen und mit Hilfe eines Infrarot-Adapters eine Verbindung zu einer Settop-Box herstellen.

Analoge Hifi-Geräte verbinden Sie über zwei Cinch-Buchsen mit dem Adapter. Auf der Geräterückseite befindet sich neben 4 USB-Schnittstellen ein optischer S/P-DIF-Ausgang für digitale Surround-Boxensets. Das integrierte Bluetooth-Modul unterstützt nur den Standard Bluetooth 1.1. Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium in der 32-Bit-Variante vorinstalliert. Eine Recovery-DVD ist im Lieferumfang enthalten.

Tempo:


Das Ergebnis im Benchmark 3D Mark 06
Das Ergebnis im Benchmark 3D Mark 06

5194 Punkte erreicht der Dell XPS One 24 im Benchmark 3D Mark 06. Damit ist er für die Wiedergabe von Audio- und Video-Material gut gerüstet. Für aufwändige Videobearbeitung ist der Arbeitspeicher mit 2 GB allerdings zu klein bemessen. Unter PC Mark 05 kommt der Rechner auf 6791 Punkte - dies entspricht der Leistung eines Multimedia-PCs in der Preislage um 700 Euro. Wenn Sie eine höhere CPU-Leistung benötigen, können Sie bei der Bestellung des Dell XPS One 24 das Modell mit Vierkern-Prozessor auswählen.

Der Intel Core 2 Quad Q8200 kann seine Vorteile aber nur dann ausspielen, wenn Sie mit Anwendungen arbeiten, die alle vier Prozesorkerne ansprechen können. Im Übrigen hat die Vierkern-CPU mit 2,33 GHz eine geringfügig geringere Taktfrequenz als der Core 2 Duo E7200 mit 2,53 GHz. Arbeiten Sie überwiegend mit Anwendungen, die nur 2 CPU-Kerne nutzen, sind Sie mit dem Doppelkern-Prozessor wegen des höheren Arbeitstaktes sogar besser bedient.

Ergonomie:


Im heruntergefahrenen Zustand verbraucht der Dell XPS One 24 mit 1,7 Watt erstaunlich wenig Strom - die Asus Eee Box B202 zieht hier mit 3,3 Watt beinahe doppelt so viel Energie aus der Steckdose. Im Desktop-Betrieb ist der Stromhunger dann allerdings deutlich größer: Mit einem Verbrauch von 138 Watt dringt der Rechner in die Liga der Spiele-PCs vor. Zum Vergleich: Der HP Touchsmart IQ820 benötigt inklusive 25,5-Zoll-Display im Desktop-Modus nur 85,7 Watt. Unter Volllast steigt der Energieverbrauch auf satte 188,8 Watt - dies ist für einen Multimedia-PC deutlich zu viel. Lediglich Computerspieler kalkulieren für ihre Hochleistungs-PCs einen Stromverbrauch von 200 Watt oder mehr ein.

Benchmark-Tests lassen bei warmer Umgebungstemperatur die Lüftung dröhnen.
Benchmark-Tests lassen bei warmer Umgebungstemperatur die Lüftung dröhnen.

In der Schallmesskammer konnte der Dell XPS One 24 durch einen leisen Betrieb überzeugen: Mit 23,7 dB(A) im Desktop-Modus arbeitet er so leise wie beispielsweise der MSI Wind Nettop mit 23,8 dB(A). Die Lautstärke unter Last haben wir mit 25,3 dB(A) gemessen - dies ist ein guter Wert. Allerdings hat Dell eine temperaturabhängige Lüftersteuerung eingebaut, die nicht nur auf die PC-Abwärme, sondern auch auf die Raumtemperatur reagiert. Als wir in einem Raum mit etwa 25 Grad Umgebungstemperatur auf dem Rechner 3D Mark 06 laufen ließen, drehten sich die Lüfter schließlich mit einem laut dröhnenden Geräusch, das uns an einen Fön erinnerte. Diese Geräuschkulisse ist insbesondere beim Filmgenuss sehr störend.