Agil trotz langfristiger Verträge

Der Weg aus der Outsourcing-Falle

05.07.2016
André Kiehne ist Sales Director Transformational Business IT Sales bei Dimension Data Germany.
Vor allem große Unternehmen stecken mit ihrer IT-Infrastruktur oft in langfristigen Outsourcing-Verträgen fest. Sechs Tipps helfen, dieser Falle zu entkommen.

Um schnell auf technologische Veränderungen in einem sich ständig verändernden Geschäftsumfeld reagieren zu können, benötigen Unternehmen eine flexible IT-Infrastruktur. Outsourcing lautet hier das Zauberwort: Dank einer Kombination aus verschiedenen skalierbaren IT-Elementen und Anbietern können Unternehmen aktiv und innovativ auf dem Markt agieren.

Doch die Realität sieht meist anders aus. Besonders die langfristige strategische Planung macht es Unternehmen schwer, in der schnelllebigen Geschäftswelt technologisch stets auf dem neusten Stand zu bleiben. Langfristige Verträge mit Dienstleistern hemmen Unternehmen in ihrer Innovationskraft und manövrieren sie in die Outsourcing-Falle: Sind das Rechenzentrum und das Betreiben der IT-Infrastruktur für einen langen Zeitraum an einen festen Outsourcer vergeben, können neue Dienstleister ihre flexibleren Cloud-Lösungen nur mit beschränkter Leistung und geringerem Volumen einsetzen. Gibt es einen Weg aus der Outsourcing-Falle? Die eindeutige Antwort lautet: ja, wenn man bestimmte Grundsätze beachtet.

Es gibt ihn, den Weg aus der Outsourcing-Falle.
Es gibt ihn, den Weg aus der Outsourcing-Falle.
Foto: Alexander Supertramp - shutterstock.com

Keine Angst vor Cloud und Co.

Bereits während der Planung der eigenen IT-Architektur muss die Bereitschaft vorhanden sein, Applikationen und Workloads genauestens zu prüfen: Welche von ihnen lassen sich auf einer Cloud-Infrastruktur abbilden, welche Applikationen können gänzlich als Service bezogen werden? Insbesondere Applikationen, die partielle Lastspitzen verursachen – sogenannte Peak Workloads – sind ideal dafür geeignet, als Service von externen Dienstleistern angekauft zu werden. Die zu Spitzenzeiten notwendigen Ressourcen lassen sich so on Demand einfach zubuchen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen sowohl ganze Prozesse und Arbeitsweisen als auch bereits bestehende Architekturplanungen hinterfragen. Gegebenenfalls entdecken sie an diesen Stellen neue Outsourcing-Potenziale, sodass sich die IT-Architektur des Unternehmens nachhaltig verändern und optimieren lässt. Dadurch kann die gesamte IT-Organisation flexibler und schneller auf Veränderungen reagieren – beispielsweise bei der Abspaltung einzelner Teile eines Unternehmens oder bei der Einführung neuer Geschäftsbereiche.

Individuelle Anpassung und Weiterentwicklung ermöglichen

Standardisierte Technologien und Services sind ideal, um Kosten zu senken und gleichzeitig flexibler zu werden. Das gilt auch für Cloud-Services. Unternehmen profitieren dann besonders von den Vorteilen der Kosteneffizienz, wenn der Dienstleister Prozesse, Technologien, Betriebsleistungen und Weiterentwicklung über mehrere Kunden hinweg bündeln kann. Die meisten Systemintegratoren beschäftigen beispielsweise eine Vielzahl von Experten, die die Sicherheit von Standardservices und -plattformen für alle Kunden rund um die Uhr sicherstellen.

Dennoch muss ein Dienstleister auch die individuellen Anforderungen eines Kunden berücksichtigen. Kundennähe und die Anpassung an die individuellen Prozesse sind für ein erfolgreiches Outsourcing der nächsten Generation absolut notwendig. Während der Vertragslaufzeit sollte eine Entwicklung möglich sein. Unabhängig davon, wie lange ein Outsourcing-Kontrakt besteht, gilt: Wird am Ende immer noch die gleiche Technologie mit den gleichen Prozessen bedient, haben sowohl der Outsourcing-Partner als auch das Unternehmen einen Fehler gemacht.