Diesen Artikel bewerten: 

Live Stadion Experience mit SAP HANA

Der vernetzte Sitzplatz als persönlicher Assistent

18.03.2016
Ima Buxton arbeitet als freie Redakteurin in München. Sie schreibt schwerpunktmäßig zu Strategie- und Trendthemen.
Fußballspiele ziehen zehntausende von Menschen in ihren Bann. In den Arenen führt das unweigerlich zu Staus und Wartezeiten. Doch das könnte sich bald ändern: im vernetzten Stadion.

Gemeinsam mit Tausenden von Fans die eigene Mannschaft anfeuern und live mit dabei sein, wenn das langersehnte Tor fällt - für Fußballfans landauf landab ist und bleibt ein Bundesliga-Spiel im Stadion vor Ort ein kaum zu überbietender Höhepunkt.

Szenarien wie das vernetzte Stadion sind erst durch die Echtzeitanalyse großer Datenmengen möglich, wie sie beispielweise mit SAP HANA erfolgen.
Szenarien wie das vernetzte Stadion sind erst durch die Echtzeitanalyse großer Datenmengen möglich, wie sie beispielweise mit SAP HANA erfolgen.

Doch bei aller Freude über die gemeinsame Begeisterung: Beim Bummeln im Fan-Shop wünschten sich viele Stadionbesucher ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Besonders auf den Verkaufsflächen von Top-Vereinen drängeln sich so viele Menschen, dass an ein entspanntes Einkaufen nicht zu denken ist.

Wie wäre es da, wenn man schon auf der Hinfahrt im Zug oder Auto im Online-Shop das gewünschte Trikot seines Lieblingsspielers bestellen und bezahlen könnte. Bei der Ankunft läge das Shirt fertig verpackt an der Kasse - die gar nicht im eigentlichen Shop Bereich sein müsste - abholbereit innerhalb von Minuten. Zukunftsmusik?

Intelligente Steuerung von Besucherströmen

Ganz und gar nicht. Um Erwartungen wie diese zu erfüllen, erdenken die Internet-of-Things-Spezialisten von SAP derzeit schon das vernetzte Stadion. Kern des Konzeptes sind kontextbezogene Daten, die rund um die Arena erzeugt und in der SAP HANA Plattform verarbeitet werden - zum Beispiel zu Transportmitteln, Verkehrslage, Wetter, Parkplätzen, verfügbaren Eintrittskarten, Sitzplatzbelegungen und Catering.

Spielen wir das digitale Merchandising in der vernetzten Arena noch ein wenig weiter: Zeigen Sensoren und 3-D-Kameras den Stadionbetreibern an, dass im Fanshop oder an Cateringstationen mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist, kann sich der Stadionbesucher sein Wunschprodukt auch direkt zum Sitz bestellen. Auch Live-Daten aus dem Spiel können in diesem Szenario genutzt werden: Schießt ein Spieler ein Tor, kann die Beflockung von zusätzlichen Trikots mit dem Namen des Torschützen im Fanshop angestoßen werden, sollte ein Echtzeit-Abgleich mit dem Bestand eine zu geringe Anzahl an diesem Artikel ergeben.

Der vernetzte Sitzplatz (Connected Seat) entwickelt sich dabei regelrecht zum persönlichen Assistent des Zuschauers: Nach der Ankunft angesteuert via App, können bereits im Vorfeld Mahlzeiten und Getränke an diesen Platz geordert werden - bei schlechtem Wetter auch Decken oder Sitzkissen. Außerdem können freie Kapazitäten oder Engpässe an den Plätzen und Zugängen rechtzeitig erkannt, Wartezeiten vorhergesagt und Durchlaufzeiten optimiert werden. Auf diese Weise lassen sich auch Sicherheitsrisiken minimieren.

Heute erdacht - jederzeit realisierbar

Gerade nach Spielende herrscht in der Arena nochmal großes Gedränge. Auch hier setzt das vernetzte Stadion auf eine Verbesserung des Fanerlebnisses: Staut es sich an den Ausgängen, kann zum Beispiel über Getränkegutscheine ein Teil der Besucher dazu motiviert werden, noch etwas länger im Stadion zu bleiben. Via App ist auf einen Blick zu erkennen, ob und wann ein Shuttle zum Parkplatz verfügbar ist. Und sollte sich auf dem Parkplatz doch ein Rückstau bilden, verkürzen digitale Angebote - wie Aufzeichnungen vom Spiel - die Wartezeit.

Heute noch erdacht, können Szenarien wie diese in vielfältigen Bereichen in kürzester Zeit Realität werden. Das Beispiel Fußballstadion zeigt lediglich exemplarisch, wie die Vernetzung im Bereich des Internet-of-Things funktioniert. Ähnliche Steuerungs- und Effizienzeffekte sind jedoch für alle Unternehmensprozesse denkbar mit direkten Auswirkungen auf die Kundenbeziehungen von Organisationen: ob im B2C-Bereich - etwa bei der Steuerung von Besucherströmen in Einkaufszentren - oder im B2B-Bereich - bei der Zusicherung von genauen Lieferterminen durch den Zulieferer auf Basis von Echtzeitdaten.