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Der typische Hacker ist...

21.01.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - ... männlich, besessen, gehört zur Mittelschicht, ist zwölf bis 28 Jahre alt, verfügt über mangelnde soziale Kompetenzen und ist mit einiger Wahrscheinlichkeit als Kind physisch und/oder sexuell mißbraucht worden. So lautete das kontrovers diskutierte Fazit des kanadischen Psychologen Marc Rogers in seinen Ausführungen zur "Psychologie eines Hackers" im Rahmen der RSA Data Security Conference im kalifornischen San Jose. Rogers präsentierte anschließend auch ein neues Schema zur Eingruppierung von Hackern. Diese sieht sechs Klassen vor:

Newbies (auch "Script Kiddies"): Einsteiger, die nur nachahmen,

Cyberpunks: ältere, aber immer noch antisoziale Sonderlinge,

Insider: verärgerte Angestellte

,

Coders: schreiben die eigentlichen Angriffe,

Professionelle: gewissermaßen die Söldner des Cyberspace, und schließlich

richtig ernsthafte Cyber-Terroristen.

Verschiedene Experten im Publikum warfen Rogers vor, er simplifiziere allzu sehr, wecke unnötige Ängste und schaffe Stereotypen, die Ermittlern kaum weiterhelfen. "Das Alter stimmt vielleicht, aber mit den sozialen Gruppen liegt er total daneben," monierte etwa der Berater Alton Tuttle. Peter Shipley von KPMG ergänzt: "Statistisch war das meiste totaler Unsinn. Ich kenne viele Hacker, darunter sogar einen, der jeden Tag anderthalb Stunden im Fitneßstudio verbringt. Und ich kenne Frauen, die sehen unglaublich gut aus - und sind trotzdem Hacker." Kriminalistische Profile funktionierten vielleicht bei Serienmördern, Hacker seien aber so unterschiedlich, daß sie sich einer Einordnung entzögen.