Gartner

Der Trend geht bald zu "Bring Your Own IT"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner erwartet, dass "Bring Your Own Device" (BYOD) das Client-Computing in Unternehmen ähnlich revolutionär verändern wird wie einst die Einführung des PCs.

"Das macht nicht Halt bei 'Bring Deinen eigenen PC mit'", sagt der Gartner-Experte David Willis in einer Mitteilung. "Bring Deine eigene IT mit dämmert bereits am Horizont herauf. Sobald die neuen Geräte im Mix enthalten sind, werden die Mitarbeiter ihre eigenen Anwendungen, Collaboration-Systeme und sogar Sozialen Netzwerke mit in die Firma bringen." BYOIT als nächster Megatrend? Doch eine eher steile These angesichts dessen, was Gartner zuvor ausführt.

Zum Beispiel, dass BYOD-Programme für ein Unternehmen die Kosten senken können, dies üblicherweise aber nicht tun. Oder dass BYOD nicht für jede Firma oder jeden Mitarbeiter geeignet sei und sich abhängig von unter anderem Geographie, Branche und Unternehmenskultur höchst unterschiedlich über den Globus ausbreiten werde. Für die meisten Unternehmen sei es nicht möglich, ohne substanzielle finanzielle Investitionen und erhebliche Unterstützung aus den Chefetagen alle Mitarbeiter in ein BYO-Programm zu zwingen.

Gartner erwartet trotz dieser Hürden, dass wir in den nächsten Jahren wohl sehr erfolgreiche BYOD-Programme erleben werden (unter anderem schlicht der Tatsache geschuldet, dass die mobile Innovation aktuell im Consumer- und nicht im Business-Markt stattfindet). Viele Unternehmen würden BYO über die aktuellen Smartphones und Tablets hinaus auf PCs ausweiten. Und über den PC hinaus wiederum würden die Nutzer vermutlich neue Nutzungsszenarien für entstehende Gerätekategorien entdecken, die IT-Planer - genauso wie das beim iPad passiert ist - anfänglich nicht überreißen.

Zum jetzigen Zeitpunkt empfiehlt Gartner IT-Abteilungen jedenfalls, dem Aufkommen von BYOD zunächst mit einer Kombination aus Richtlinien, Software, Infrastruktur-Kontrollen und Weiterbildung und auf längere Sicht dann mit Application Management und passenden Cloud-Diensten zu begegnen. Policies müssten dabei mit der Rechts- und Personalabteilung abgestimmt werden angesichts ihrer möglichen Auswirkungen auf Steuern, Arbeit, unternehmerische Haftung und Mitarbeiter-Datenschutz. Gartner empfiehlt multinationalen Konzernen überdies, zunächst eine überall gültige Regelung zu finden und dann bei Bedarf wo nötig länderspezifisch anzupassen.