CeBIT

Der smarte Planet braucht Service-Management

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
In Hannover bemühte sich IBM, die Brücke zwischen seiner Vision des smarter Planet und den eigenen Service-Management-Produkten wie Tivoli zu schlagen.

Auf dem smarten Planeten ist alles mit allem verbunden, erläuterte Chris O'Connor, Vice President Strategy and Market Management für IBMs Tivoli-Produkte. Das gelte nicht nur für klassische IT-Komponenten im Rechenzentrum sondern für alle möglichen "Smart Devices", darunter etwa Sensoren oder Kommunikationsgeräte. Das große Ziel sei es, all diese Komponenten mit der Unternehmens-IT zu verbinden und die so gewonnen Informationen für die Verbesserung von Service- und Geschäftsprozessen zu nutzen.

Um die Datenflut zu bewältigen, benötigten Unternehmen ein ausgefeiltes System- und Service-Management, so der Manager. Hier kommen IBMs Tivoli-Produkte ins Spiel. Sie stehen im Zentrum einer Service-Management-Strategie, die der IT-Konzern anhand von drei Phasen definiert. Zunächst gelte es, mit Hilfe von Software-Tools Informationen aus der Infrastruktur zu sammeln und so Transparenz zu schaffen. Im zweiten Schritt sollten Unternehmen Serviceprozesse mit Hilfe von Policies kontrollieren. Erst danach steht die Automatisierung von Abläufen auf der Agenda, die den eigentlichen Nutzen des Service-Managements bringen soll.

Ein professionelles Service-Management spielt auch eine Schlüsselrolle für die so genannte Dynamic Infrastructure, die der Anbieter seit kurzen mit einer groß angelegten Kampagne bewirbt. In den Unternehmen, die sich mit Service-Management beschäftigen, sieht der blaue Riese vor allem drei Trends : Virtualisierung, Cloud Computing und Energieeffizienz beziehungsweise Green IT.

Mit Hilfe von Virtualisierung lasse sich insbesondere die Hardwareauslastung steigern, so die IBM-Verantwortlichen. Zudem werde die Unternehmens-IT damit agiler und verbrauche weniger Strom. Cloud Computing sieht der Hersteller demgegenüber nicht als Computing- sondern als ein neues Service-Delivery-Modell, das Kunden eine Reihe von Vorteilen bringen könne.

IBM experimentiert auch intern mit entsprechenden Cloud-Infrastrukturen. Am kanadischen Standort Toronto hat der Konzern eine Test-Cloud aus rund 200 Servern aufgesetzt, die unter dem Namen Tornado firmiert. Mitarbeiter könnten sich damit innerhalb weniger Minuten die gewünschten IT-Kapazitäten in der Wolke zusammenstellen. Eigenen Angaben zufolge hat IBM rund 1,8 Personenjahre in das Projekt investiert. Bereits nach elf Monaten habe sich das Vorhaben rentiert. (wh)