Softwareentwicklung

Der schönste Job der Welt

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Entwickler sollen kreativ und kommunikativ sein. Ein frommer Wunsch? In einem Software- und Beratungshaus wie Skytec gelingt der Spagat zwischen Code und Kunde.

Manchmal beneidet Thomas Geyer seine Entwickler. "Der Beruf ist einer der schönsten auf der Welt. Entwickler sehen sofort, ob das, was sie getan haben, auch funktioniert." Im Gegensatz dazu müssten Vertriebsprofis länger auf ein Erfolgserlebnis warten, etwa bis der Vertrag mit dem Kunden unter Dach und Fach ist. Als Vorstandschef des Münchner Software- und Beratungshauses Skytec weiß Geyer, wovon er spricht, da auch er regelmäßig mit Kunden verhandelt.

Die Entwicklung redet von Anfang an mit

Mit dem Kunden und seinen Wünschen soll sich nach Geyers Auffassung auch der Entwickler intensiv beschäftigen: "Leider werden heutzutage viele Entwicklerteams isoliert, und der Kontakt zum Kunden läuft nur über den Projektleiter." Das funktioniert bei Skytec anders. Noch bevor dem Kunden ein konkretes Angebot unterbreitet wird, stimmen sich Presales und Technikabteilung ab. Zusammen listen sie die Anforderungen an die Software auf, angefangen von der Geschwindigkeit des Systems bis hin zur Sicherheit. In einem Grobkonzept stecken die Entwickler ab, welche Technologien sie einsetzen werden und wie die einzelnen Module ausschauen sollen. "Wir müssen die Lizenzkosten für Hard- und Software ermitteln und unseren Entwicklungsaufwand in Manntagen abschätzen", erklärt Martin Roeder, der bei Skytec eine Gruppe von Entwicklern leitet.

Thomas Geyer, Skytec: Leider werden heute viele Entwicklerteams isoliert, und der Kontakt zum Kunden läuft nur über den Projektleiter.
Thomas Geyer, Skytec: Leider werden heute viele Entwicklerteams isoliert, und der Kontakt zum Kunden läuft nur über den Projektleiter.

Auf dieser Basis kalkuliert Geyer den Preis für die Dienstleistung. Allerdings erst, nachdem er die Aufwandsschätzung hinterfragt hat. Warum sind für die Entwicklung eines zentralen Leitsystems für Bahnhofsanlagen bei den Essenern Verkehrsbetrieben zweieinhalb Mannjahre nötig? Roeder muss seinem Chef erst erklären, dass die Anforderungen nicht auf einem Framework programmiert werden können: "Die Einarbeitung in bestimmte Frameworks braucht Zeit, außerdem entwickeln sich die Frameworks ständig weiter." Im Projekt für die Essener Verkehrbetriebe haben die Skytec-Entwickler die Web-Oberfläche mit dem Framework "Tapestry" gewählt, obwohl die Einarbeitung aufwändig war. "Wir haben uns aufgrund der Flexibilität für diese Entwicklungsumgebung entschieden", sagt Roeder.