Haider Rashid x ABB

Der Schlüssel zu den Fachabteilungen

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Bei ABB erwarteten Haider Rashid eine stabile IT-Infrastruktur und eine desolate Applikationslandschaft. Dann baute er das schlechte Image der IT wieder auf.

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB hatte Ende 2002 große Probleme. Zu viele interne Reorganisationen, zu viele missglückte Projekte sowie ein Asbest-Gerichtsverfahren in den USA hatten zur finanziellen Schieflage geführt. Kein einfacher Start für einen neuen CIO. Rashid erinnert sich: "Zuerst musste ich die Kollegen aus den Fachbereichen davon überzeugen, dass die IT kompetent arbeiten und Lösungen anbieten kann." Als Erstes führte Rashid "IS Step Change" ein. Die Zentrale legte bestimmte Richtlinien fest. Um Kosten zu sparen, wurden einige IT-Bereiche ausgelagert, andere restrukturiert und missglückte Projekte eliminiert. Innerhalb eines Jahres senkte Rashid die IT-Kosten um 150 Millionen US-Dollar. Um das Image seines Bereichs aufzupolieren, schickte Rashid IT-Profis in die Fachabteilungen, damit sie sich Anwendungswissen aneigneten. Rashid: "Heute hat jedes IT-Projekt eine große Nähe zum Business - was auch die Fachkollegen anerkannten. So konnten wir ihr Vertrauen wiedergewinnen." Auch wenn er bei ABB anfangs vor einer Reihe von Schwierigkeiten stand, liebt Rashid seinen Job. Für ihn ist er eine Art Schlüssel zu jedem Bereich im Unternehmen und stellt ständig neue Anforderungen.

Mit der heutigen Situation bei ABB ist der CIO zufrieden: "Die IT nimmt an jeder Strategiebesprechung teil, und Lösungen werden gemeinsam erarbeitet." Künftig will er alle Anwendungen im Bereich Finance- und Human Resources verbessern. n

Ina Hönicke