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Der PDA-Markt bröckelt weiter

28.10.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Geschäft mit Personal Digital Assistants (PDAs) bricht nicht zuletzt nach dem Rückzug der Hersteller Sony und Toshiba weiter ein: Laut IDC wanderten im dritten Quartal 2004 weltweit 2,1 Millionen Handhelds über die Verkaufstresen. Das entspricht einem Rückgang um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal schrumpfte der Absatz um 4,6 Prozent.

Die Marktforscher von IDC werten als Handhelds lediglich die klassischen Geräte ohne Telefonie-Funktion. Smartphones wie das "Treo 650" von PalmOne werden nicht berücksichtigt.

Die Nachfrage nach reinen Handhelds ist deutlich abgeflacht, seitdem Smartphone-Hersteller die PIM- (Personal Information Management) Fähigkeiten der Handys verstärkt haben. Außerdem sind es die meisten Anwender schlichtweg leid, für die Verwaltung ihrer persönlichen Daten und zum Telefonieren zwei Geräte mit sich herum zu schleppen. Daraus resultiert laut IDC vor allem das große Interesse an Smartphones wie dem Treo 650 von PalmOne oder dem "Ipaq H6315" von Hewlett Packard.

Um angesichts der starken Konkurrenz durch Smartphones im Geschäft zu bleiben, empfiehlt IDC-Analyst David Linsalata den PDA-Herstellern, ihre Geräte durch neue Features wie GPS-Unterstützung (GPS = General Positioning System) aufzuwerten. Anbieter, deren Handhelds außer PIM-Funktionen wenig bieten, hätten lediglich im Tiefpreissegment Erfolg.

Marktführer im PDA-Geschäft ist laut IDC nach wie vor PalmOne mit 34,7 Prozent Marktanteil. Der PDA-Pionier verbuchte allerdings gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Absatzrückgang um 12,7 Prozent. Im Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal sanken die Verkaufszahlen sogar um 20,3 Prozent.

Den Konkurrenten HP trennen nach einem weiteren deutlichen Anstieg der verkauften Handhelds um 11,7 Prozent auf 649.000 Stück nur noch zehn Prozentpunkte von PalmOne. Die Company konnte bereits in den vergangenen Quartalen gegenüber dem Branchenprimus deutlich an Boden gewinnen, nachdem dieser einen Gutteil seiner Ressourcen in die Treo-Produktreihe investiert hat. Auf Platz drei landete Dell mit 188.200 verkauften Handhelds und 8,9 Prozent Marktanteil vor Mitac (68.500 PDAs, 3,2 Prozent Anteile). Das Schlusslicht bei den Top-Five bildete Sony, das nach seinem internationalen Ausstieg nur noch den japanischen Markt mit PDAs beliefert. Resultat war ein Absatzrückgang um 81,5 Prozent auf 44.192 Geräte, was 2,1 Prozent Marktanteil entspricht. (mb)