Energieverbrauch senken

Der Mittelstand will mit Green IT Kosten senken

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Fast zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen arbeiten an grünen IT-Konzepten. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die IBM in Auftrag gegeben hat.

Die meisten Unternehmen aus dem Mittelstand wollen mit Hilfe von Green-IT-Projekten den Energieverbrauch senken. Diese wenig überraschende Erkenntnis brachte eine Befragung von rund 1000 IT-Verantwortlichen mittelständischer Unternehmen aus zwölf Ländern. Organisiert hat sie das Marktforschungsunternehmen Info-Tech Research Group im Auftrag von IBM. Für etwa die Hälfte der Interviewten gaben Kostenersparnisse den Ausschlag.

Um ihre Ziele in Sachen Green IT zu erreichen, investierten die Unternehmen bereits verstärkt in Virtualisierungsprojekte oder planten dies, berichten die Studienautoren. Zudem wollten IT-Manager Speicher- und Archivierungssysteme konsolidieren und Server-Räume reorganisieren. Bereits aktiv geworden ist gut die Hälfte der Befragten schon mit der Zusammenlegung von Speicherkapazitäten und Druckern, sowie beim Recycling von IT-Ausrüstung. 48 Prozent haben laut eigenen Angaben damit begonnen, den Energieverbrauch ihrer IT-Infrastruktur zu messen. Eine ähnliche Untersuchung der Experton Group aus dem vergangenen Jahr hatte ergeben, dass weit mehr als 90 Prozent der Unternehmen den Energieverbrauch ihrer Rechenzentren gar nicht beziffern können.

Die IBM-Studie verweist zudem auf regionale Unterschiede in Sachen Green IT. So ist etwa Brasilien Spitzenreiter, wenn es um Virtualisierung und das Optimieren von Server-Räumen geht. Länder mit hohen Wachstumsraten und vergleichsweise wenig vorhandener IT-Infrastruktur haben an diesem Punkt generell einen Vorsprung, so die Marktforscher. In vielen Fällen werde dort direkt in energieeffiziente Server-Räume investiert. In Frankreich, Kanada, den Vereinigten Staaten und Deutschland liegt der Schwerpunkt dagegen eher auf der Konsolidierung von Speichersystemen.

Unterm Strich steht für die Verantwortliche der geschäftliche Nutzen einschlägiger Vorhaben im Vordergrund, resümiert IBM. Anders ausgedrückt: Lohne sich ein Green-IT-Projekt nicht auch finanziell, bekomme es kein grünes Licht vom Management.