25 Jahre Windows

Der lange Reifeprozess

01.11.2010
Von 
Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 

1987: Die Suche nach der Killerapplikation

Windows 2.0 unterschied zwischen 286- und 386-Prozessoren.
Windows 2.0 unterschied zwischen 286- und 386-Prozessoren.
Foto: winhistory.de

So brachte Microsoft beispielsweise erst im Oktober 1987 mit Excel die erste speziell für Windows ausgerichtete Software auf den Markt, der dann 1989 Winword folgte. Zusammen mit Excel präsentierte der Konzern 1987 Windows 2.0 und legte damit den Grundstein für den späteren Windows-Erfolg.

Auf den ersten Blick war dieses Release alles andere als spektakulär - es war lediglich eine 16-Bit-Betriebssystem-Ergänzung, die nun überlappende Fenster bot. Allerdings führte Microsoft unter der bunten Oberfläche einige grundlegende Techniken ein, etwa den Dynamic Data Exchange (DDE), mit dem Programme untereinander kommunizieren und Informationen/Daten austauschen konnten. Ferner wurde das Verwalten und Nutzen von zusätzlichem Arbeitsspeicher (XMS sowie EMS) jenseits der 640 KB verbessert. Gleichzeitig splittete der Konzern die Windows-Linie in eine Variante für 286er und 386er Prozessoren auf. Windows/386 unterstützte den Protected Mode des neuen Intel-Prozessors und konnte so deutlich mehr Arbeitsspeicher adressieren.

Dass diese Version in Kombination mit Excel und Winword sowie dem DTP-Programm Pagemaker ernst zu nehmen und für Business-Kunden eine Überlegung wert war, belegt ein anderes Ereignis: Im März 1988 drohte Apple, gegen Windows juristisch vorzugehen, da es das Look and Feel der eigenen Benutzeroberfläche kopiere. Diesem Rechtsstreit um Windows sollten noch viele weitere folgen.