25 Jahre Windows

Der lange Reifeprozess

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Wie ein guter Wein brauchte Windows seine Zeit zur Reife. Im Alter wurde Windows immer besser, von Rückschlägen wie Vista einmal abgesehen.

Wir schreiben das Jahr 1985. Die Welt diskutiert über den frisch ernannten Generalsekretär Michail Sergejewitsch Gorbatschow und seine Reden zum gemeinsamen Haus Europa. Die Berliner Mauer steht noch. Mit Joschka Fischer hat Deutschland den ersten Minister in Turnschuhen, und das Land freut sich über einen 17-jährigen Rotschopf aus Leimen, der in diesem Sommer das Tennisturnier von Wimbledon gewinnt.

Eher spartanisch kam die erste Windows-Version 1985 daher. Wer das Look and feel selbst erleben will, findet unter www.winhistory.de einen virtuellen PC mit alten Windows-Versionen.
Eher spartanisch kam die erste Windows-Version 1985 daher. Wer das Look and feel selbst erleben will, findet unter www.winhistory.de einen virtuellen PC mit alten Windows-Versionen.
Foto: winhistory.de

Eher unbemerkt begann dagegen im Sommer 1985 eine Revolution, die langfristig die Softwareindustrie in ihren Grundfesten erschüttern sollte: Microsoft lieferte erste Testversionen von Windows 1.0 an Softwareentwickler und Computerhersteller aus. Wie auch viele der späterten Spielarten kam bereits das erste Release mit gewaltiger Verspätung auf den Markt. Offiziell wurde das erste Windows dann im November 1985 in New York auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Mit Windows 1.0 wurde auch der Begriff "Vaporware" für lange ankündigte und nicht erschienene Produkte salonfähig. Die COMPUTERWOCHE-Schwesterzeitschrift "Infoworld" verlieh im November 1985 im Alexic Hotel in Las Vegas den Golden Vaporware Award an Bill Gates für die Verzögerung von Microsoft Windows 1.0.