Virtualisierung

Der lange Marsch in die Enterprise-IT

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Die Gründe für die Virtualisierung der IT-Architekturen sind breit diskutiert, ihr Nutzen für die Enterprise-IT unwiderlegbar. Die Umrüstung der Rechenzentren vollzieht sich indes langsamer, als man angesichts der langen Liste der Vorteile vermuten möchte.

Der Gewinn, der sich aus der Virtualisierung der Rechenzentren ergibt, wird von niemandem ernsthaft bestritten. Kostenvorteile, geringere Stellfläche, weniger Energieverbrauch, weniger Downtime, einfachere Business-Continuity-Lösungen, agilere und flexiblere IT-Landschaften, die sich leichter, schneller und kostengünstiger an die Business-Prozesse anpassen lassen. Quintessenz: Sowohl aus Kostengründen als auch im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit geht für die Unternehmen kein Weg mehr an der Virtualisierung vorbei.

Und die Botschaft ist bei den Verantwortlichen angekommen: Die aktuelle Studie „European Server Virtualization Survey 2008“ der Marktforscher von IDC belegt, dass die Server-Virtualisierung vom viel diskutierten Hype zur Realität geworden ist und jetzt in die Rechenzentren der europäischen Unternehmen einzieht.

Danach sind die Ausgaben für Server, die in virtualisierten Umgebungen eingesetzt werden, allein im letzten Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Waren es in den letzten zwölf Monaten noch 35 Prozent der Server-Budgets, die auf virtualisierte Server entfielen, wird in den kommenden zwölf Monaten erstmals die 50-Prozent-Marke übersprungen: Mehr als die Hälfte der Ausgaben (52 Prozent) für Server fließen dieses Jahr in virtualisierte Architekturen. Dabei liegen Windows System mit fast 60 Prozent deutlich vorn.

Eine Studie der Marktforscher von Techconsult kommt zu ähnlichen Ergebnissen: 37 Prozent der Unternehmen setzen danach schon jetzt virtuelle Server im Produktivbetrieb oder Pilotprojekten ein, weitere elf Prozent haben das konkret geplant. „Ende des Jahres 2008 wird jeder zweite deutsche IT-Anwender Server-Virtualisierung betreiben“, schreiben die Analysten von Techconsult.

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