IoT, Big Data und andere Herausforderungen

Der Job des CIOs im Wandel

CTO bei Tata Communications
IoT, Big Data und eine steigende Netznachfrage - was müssen Unternehmen und Entscheidungsträger tun, um mit dieser Entwicklung schritt zu halten. Und wie wandelt sich der Job des CIOs?
Das Internet of Things gehört zu den Techniken, die einen immer schnelleren Wandel hervorrufen.
Das Internet of Things gehört zu den Techniken, die einen immer schnelleren Wandel hervorrufen.
Foto: Bobboz - shutterstock.com

Laut Gartner wird es 2016 etwa 6,4 Milliarden vernetzte Geräte geben - 30 Prozent mehr als noch in 2015. Gleichzeitig werden Unternehmensnetze immer komplexer, da sie den steigenden Datenverkehr, der mit der Digitalisierung einhergeht, bewältigen müssen. Eine Netzinfrastruktur, die für diesen technologischen Wandel stabil ist, dürfte 2016 und darüber hinaus ganz oben auf der Agenda vieler CIOs stehen.

Mit 5G reift eine Technologie heran, die in fünf Jahren eine realisierbare Alternative zu bestehenden Unternehmensnetzen für kleinere Workloads sein kann. Nichtsdestotrotz werden Kabelverbindungen und physikalische Infrastrukturen aus zwei Gründen niemals komplett verschwinden. Der erste Grund ist Bandbreite: Glasfasernetze werden in vorhersehbarer Zukunft größere Workloads übertragen als die kabellosen Alternativen. Der zweite Grund ist Sicherheit. Kabellose Netze ermöglichen den Roll-out von IoT-Geräten, die oftmals schwer zu sichern sind. Diese Welle der vernetzten Geräte, von denen einige sensible persönliche Daten enthalten, wird in den nächsten Jahren über das komplexe Netzwerkökosystem hereinbrechen. Deswegen wird Netzwerksicherheit eine wichtige Priorität für Führungskräfte sein.

Für Unternehmen bleibt es einfacher, zu kontrollieren, welcher Traffic aus dem Netzwerk hinaus oder hinein fließt, wenn eine physikalische Kabelverbindung eingesetzt wird. Schließlich ist Funk immer noch ein geteilter Datenträger. Jeder, der sich in Reichweite eines Signals befindet, kann dieses theoretisch abfangen und beeinträchtigen. Bei einer Kabelverbindung hingegen benötigt man Zugriff auf das physikalische Kabel, um die Verbindung zu stören.

Kein globaler Standard für das Internet of Things (IoT)

Im IoT werden selbst die Wienreben vernetzt.
Im IoT werden selbst die Wienreben vernetzt.
Foto: Intel
Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt - Foto: ArtFamily - shutterstock.com

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt

Der Roll-out von Smart Cities hat für die E-Government-Entscheidungsträger nun Priorität. Es entstehen Städte, die energieeffizienter und nachhaltiger sind und dabei gleichzeitig eine große Einwohnerzahl unterstützen können. Die größte Herausforderung wird es in den nächsten zwei Jahren sein, dass IoT-Technologien, Unternehmen und Netzwerke sich schneller entwickeln als Regierungsbehörden. Regulatorische Vorgaben werden von IoT-Implementierungen sowohl in Unternehmen als auch im öffentlichen Bereich überholt werden. Umso wichtiger ist es, schnellstmöglich die passenden Richtlinien zu erarbeiten.

Ein Beispiel: Bevor selbstfahrende Autos allgegenwärtig werden, müssen erst die Antworten auf verschiedene Fragen zu Haftung und Versicherung geklärt werden. Wer ist im Falle eines Unfalls haftbar? Ist es der Fahrer, die Autohersteller oder das Unternehmen, das die im Auto eingesetzte Software entwickelt hat? Und: Wer muss in jedem dieser Fälle eine Versicherung konsultieren? Die Realität ist, dass die Technologie, die für selbstfahrende Autos benötigt wird, bereits entwickelt wurde. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, passende Standards und Regelungen zu definieren, damit diese Autos auch tatsächlich auf den öffentlichen Autobahnen unterwegs sein können.

Healtcare oder Neflix - wer hat Priorität?

Smart Cities? Während Europa noch diskutiert ist der Rollout in Asien in vollem Gange,
Smart Cities? Während Europa noch diskutiert ist der Rollout in Asien in vollem Gange,
Foto: IBM

Eine weitere Hürde auf dem Weg zu einer wahrhaft vernetzten Welt ist der Fakt, dass es keinen globalen Standard für das IoT geben wird - die involvierten Technologien sind einfach zu breit gefächert. Entscheidungsträger und Unternehmen, die die Etablierung von IoT-Standards vorantreiben, müssen sich auf bestimmte Kategorien und/oder spezifische vertikale Branchen beschränken. Ein Beispiel: Standards für Smart Grids zu entwickeln, ist kein Kinderspiel; dennoch ist es eine überschaubare "Kategorie" als "alles Allumfassendes" für IoT. Und dieser Ansatz kann in den kommenden fünf Jahren IoT Roll-outs über Städte und Unternehmen hinweg, positiv beeinflussen.

Ähnlich wie Cloud und Mobility im Unternehmen, sind auch IoT- Roll-outs eine Herausforderung für die Netzinfrastruktur - vor allem, wenn sie die Basis für Smart Cities bildet. Das Versagen einer M2M-Kommunikation innerhalb eines IoT-Ecosystems - wie etwa einer Smart City - kann vielfältige Folgen haben: Von einem Fitness-Tracker, der sich nicht mit einem Smartphone synchronisiert, bis hin zu dem Verlust einer Benachrichtigung von einem Patienten, der bereits über einen längeren Zeitraum überwacht wurde, können die Symptome reichen. Deshalb müssen Entscheidungsträger für den IoT-Traffic andere Ansätze finden als für den herkömmlichen Daten-Traffic; denn gerade hier können mit einem Netzwerkausfall - etwa bei Electric Grids, Transportsysteme oder Healthcare - katastrophale Konsequenzen einhergehen. Bei der Priorisierung von IoT-Daten muss zwischen kritischen (Healthcare) oder unkritischen Daten (Netflix) entschieden werden. Da immer mehr Städte in 2016 smarter werden, sind diese Debatten besonders wichtig.

Daten-Management für CIOs

Eine Kommunikationsstörung in der Smart City kann unabsehbare Folgen für das Ecosystem haben.
Eine Kommunikationsstörung in der Smart City kann unabsehbare Folgen für das Ecosystem haben.
Foto: Splunk Inc.

In den nächsten fünf Jahren wird so gut wie alles in der Cloud gespeichert. Damit stellt sich die Frage, wie wichtig der Speicherort wirklich ist. Ist der Speicherort - etwa aufgrund von Gesetzesvorgaben - von Belang, ist ein Public-Cloud-Anbieter eher nicht der richtige Ansprechpartner, da man hier nicht sicher sein kann, wo genau die Daten tatsächlich gespeichert werden. Eine weitere Frage, die gestellt werden muss, ist, wer Zugriff auf die in der Cloud gespeicherten Daten hat. Diese Fragen und die jeweiligen Antworten werden die Data-Management-Strategie der CIOs bestimmen.

CIOs müssen bereit sein, auf die Herausforderungen zu reagieren, die die Geschwindigkeit des technologischen Wandels mit sich bringen - besonders, wenn es um die Datensicherheit geht. Die Datensicherheit ist und bleibt der ausschlaggebende Punkt, wenn es darum geht, Zweckmäßigkeit gegen Risiken abzuwägen. Die Aufgabe eines CIOs ist es, im Unternehmen Fortschritt durch Technologie zu ermöglichen. Das Voranschreiten von Big Data und den zugehörigen Regulierungen führt jedoch dazu, dass Data Management und Sicherheit auf der Agenda der CIOs in den kommenden Jahren nach oben rutschen werden.

Da die Herausforderungen rund um Daten heute besser identifiziert und verstanden werden, können Datenschutzregulierungen klarer definiert werden. Für Entscheidungsträger sollte ihre Priorität in nächsten Jahren auf zwei Punkte legen: Die Entfernung der Grauzonen im Bereich Datenschutz, klare Definition der "Do’s & Dont’s" im Unternehmen. Und dies am besten langfristig, da immer mehr neue Technologien und Netze aus dem Boden sprießen und Herausforderungen mit sich bringen. CIOs müssen mit Technologieanbietern zusammenarbeiten, um Lösungen für diese Probleme sowie eine zukunftsfähige Infrastruktur zu finden.