Umfrage des EHI

Der Handel räumt seine IT auf

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die IT im deutschsprachigen Handel wird vor allem von Aufräumarbeiten der Infrastruktur bestimmt, so eine Studie des EHI.
Quelle: Pixelio/onkel jo
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Foto: Pixelio/onkel jo

Neben Warenwirtschaftsprojekten dominieren vor allem Konsolidierungsvorhaben in Sachen Hardware das Investitionsverhalten der Handelsunternehmen im deutschsprachigen Raum. Zu diesem Ergebnis führte eine Studie, für die das EHI Retail Institute IT-Entscheider aus insgesamt 72 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beheimateten Handelsunternehmen zu ihren Projekten und Investitionsprioritäten befragte.

Der Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt jährlich rund 4,2 Milliarden Euro für Informationstechnik aus, so das EHI. Die IT-Budgets bleiben der Umfrage zufolge unverändert, machen also nach wie vor etwa ein Prozent des Bruttoumsatzes aus. (Siehe auch: "Jetzt erst recht".) Hier ein paar Einzelergebnisse der Studie:

Konsolidierung der Hardware

Themen rund um die Warenwirtschaft stehen nach wie vor im Blickpunkt der IT-Verantwortlichen. Allerdings unterscheiden sich die Unternehmen hinsichtlich ihrer Projekte zum Teil erheblich: Im Lebensmittelhandel und ähnlich strukturierten Branchenbereichen sind die Systementscheidung für die mittelfristige Zukunft häufig schon getroffen. In Unternehmen der Kategorie "Slow Moving Consumer Goods", also vor allem im Textilhandel, steht die Ablösung veralteter Systeme in mindestens zwei von fünf Betrieben noch auf der To-do-Liste. Als "bemerkenswert" bezeichnet das EHI die "Aufgeschlossenheit" der Unternehmen gegenüber Standardlösungen. Mehr als 70 Prozent der Befragten wollten künftig darauf setzen.

Anbindung der Lieferanten

Die Kommunikationsabwicklung mit den Lieferanten über ein Web-Portal ist offenbar in jedem zweiten Handelsunternehmen in der Pipeline. Eine wichtige Rolle bei der Anbindung der Zulieferer spielt in dieser Branche die Radiofrequenz-Identifikation (RFID), also die berührungslose Datenübertragung auf der Grundlage von Radiowellen. Bislang wird diese Technik aber hauptsächlich auf Transport- beziehungsweise Verpackungsebene eingesetzt, so hat das EHI herausgefunden. Der von den Umfrageteilnehmern als "wünschenswert" bezeichnete Einsatz auf Artikelebene sei noch eine Seltenheit. Das deckt sich mit den Beobachtungen vieler Analysten (siehe: "Was blieb vom RFID-Hype?")