Der Freiberuflermarkt hat sich erholt

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Seit zwei Jahren greifen Unternehmen wieder verstärkt auf selbständige IT-Profis zurück. Mit SAP- und Oracle-Wissen haben diese besonders gute Karten.

Mit den Temperaturen steigen auch die Projektanfragen für Freiberufler. Das zeigt die Halbjahresbilanz des Projektportals Gulp, in dem sich 56 000 Freiberufler mit ihren Profilen registriert haben. Diese hatten allein im Juni die Auswahl unter 6667 Projektanfragen, Gulp-Sprecher Stefan Symanek spricht von einem neuen "Rekordwert". Zum Vergleich: Im Juni 2004 waren 4081 Anfragen eingegangen.

Seit Mitte 2003 zieht der Markt für IT-Freiberufler wieder spürbar an. Im ersten Halbjahr 2005 verzeichnete Gulp mit über 31.000 Projektanfragen eine 11,3 Prozent stärkere Nachfrage als noch im Vorjahr. Für das zweite Halbjahr 2005 erwartet Symanek eine weitere Belebung: "Traditionell ist der Herbst die auftragsreichste Zeit für Freiberufler." Ingesamt geht er davon aus, dass am Ende des Jahres bis zu 20 Prozent mehr Projektanfragen als 2004 eingegangen sein werden.

SAP- und Oracle-Profis liegen gut im Rennen

Unter den selbständigen IT-Profis sind vor allem diejenigen gut im Rennen, die sich auf die SAP-Software und die Tools von Oracle spezialisiert haben. Im ersten Halbjahr erhielten die Oracle-Spezialisten zwischen 15 und knapp 18 Prozent aller Anfragen, auf die SAP-Entwickler und - Berater entfielen zwischen 17 und 23 Prozent. Aber auch Java/JDK-Profis sind stark nachgefragt, im Juni waren sie in 16 Prozent aller Projekte gesucht. Im Kommen ist laut Symanek das Betriebssystem Linux, das zu Windows stetig aufschließt und im Juni in 6,5 Prozent aller Anfragen vorkam.

Ein Blick auf die Altersverteilung der bei Gulp registrierten Freiberufler zeigt, dass die SAP-Experten im Durchschnitt einige Jahre älter als die Oracle-, Java- oder Linux-Profis sind. Dazu Symanek: "Die diversen SAP-Module erfordern reichlich Berufserfahrung und schlagen sich so auf das Alter nieder." Alter und Erfahrung spiegeln sich ferner in den Stundensatzforderungen der Experten wider. 30 Prozent der SAP-Profis fordern zwischen 70 und 79 Euro in der Stunde, 19 Prozent von ihnen zwischen 80 und 89 Euro. Die Mehrheit der Freiberufler, die sich auf andere Tools spezialisiert haben, finden sich dagegen in niedrigeren Honorarregionen. Ein Drittel der Oracle- und Java-Experten verlangt zwischen 60 und 69 Euro und liegt damit im Mittelfeld des Marktes. Die Mehrheit der Linux-Leute bewegt sich zwischen 50 und 69 Euro.