Berufseinsteiger

Der erste Job

01.11.2010
Von 
Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin in München.

Von Hannover in den indischen Monsunregen: IT-Beraterin Andrea Kittner

Momentan beginnt der Arbeitstag für Andrea Kittner ziemlich spät. Gegen 10.30 Uhr geht es los. "In Indien gibt es einen anderen Arbeitsrhythmus. Wir fangen später an, gehen gemeinsam zum Mittagessen, weitere Teepausen verteilen sich über den Nachmittag, und abends gegen halb neun oder neun Uhr gehe ich nach Hause", sagt Kittner. Natürlich nutzen die zehn Teammitglieder die gemeinsamen Pausen auch, um über das Projekt zu sprechen. Der späte Arbeitsbeginn bringt für global arbeitende Teams Vorteile, denn trotz Zeitverschiebung schrumpft die Kommunikationslücke, die durch das Arbeiten auf verschiedenen Kontinenten entsteht, auf nur zwei Stunden, in denen sich die Teammitglieder in Deutschland und Indien nicht erreichen können.

Ihren Schreibtisch in Hannover tauschte die Berufseinsteigerin Andrea Kittner nach nur drei Monaten im neuen Job für einen achtwöchigen Aufenthalt in Pune, Indien. Dort koordiniert sie Aufgaben des Projekts, arbeitet eng mit den Kollegen vor Ort zusammen und programmiert selbst. "Das komplette Projektteam umfasst rund 150 Mitarbeiter; hier in Indien arbeite ich mit fünf anderen Kollegen aus Deutschland und fünf Kollegen aus Indien in einem kleineren Subteam zusammen."

Andrea Kittner, Accenture, ging nach drei Monaten im neuen Job für ein Projekt nach Indien.
Andrea Kittner, Accenture, ging nach drei Monaten im neuen Job für ein Projekt nach Indien.
Foto: Andrea Kittner, Accenture

Vor einem Jahr steckte Kittner noch mitten im Studium und rechnete nicht damit, dass sie ein Jahr später täglich durch den Monsunregen zur Arbeit gehen würde. Die 26-Jährige schloss im Dezember 2009 ihr Informatikstudium an der Universität Hannover mit dem Master ab und machte sich auf Jobsuche. "Ich hatte eine Anzeige von Accenture für das Bewerbertraining ‚Take off` gesehen und mich beworben." Anfang März 2010 war es dann so weit: Mit 19 weiteren Absolventen durfte die Informatikerin an zwei Tagen in Frankfurt am Main ein Flugtraining absolvieren und anschließend im Flugsimulator selbst einen A 320 fliegen. Daran schlossen sich eine Fallstudie sowie ein weiterer Tag in Kronberg mit Informationen zu Accenture an. "Im Einzelgespräch habe ich ein Vertragsangebot erhalten, und im Mai 2010 ging es bei Accenture in Hannover los."

Mentor als Karrierehelfer

Mit einem Kulturtraining wurde die Informatikerin auf ihren ersten Auslandsaufenthalt vorbereitet. "Viele indische Kollegen kannte ich schon vorher von E-Mails und Web-Konferenzen." Dagegen war die 26-Jährige weniger vertraut mit dem Monsunregen und der hohen Luftfeuchtigkeit in Pune. Bald tauscht sie das subtropische Klima wieder gegen den norddeutschen Herbst ein.

Kittner hat klare Vorstellungen, wie sie ihre Karriere bei Accenture gestalten möchte. "Im September 2011 steht für mich der erste Karriereschritt an. Ich habe wie jeder Mitarbeiter einen Mentor, der nicht aus dem direkten Projektteam kommt. Mit ihm bespreche ich auch, welche Optionen es gibt und welche Weiterbildungsbausteine für mich wichtig wären." Doch bis dahin sammelt die 26-Jährige erst einmal weiter Berufserfahrung.

Bildquelle: Fotolia, Silencefoto