2. Platz - Andreas Strausfeld, DAK

Der Durchstarter

Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Seit 2014 betreibt er die Informationsplattform www.wohinmitmutter.de.

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.
2009 wird Andreas Strausfeld nicht mehr IT-Chef der DAK sein. Was man durchaus als Erfolg seiner Arbeit werten kann.
Andreas Strausfeld von der DAK schaffte es auf Platz zwei beim diesjährigen CIO des Jahres.
Andreas Strausfeld von der DAK schaffte es auf Platz zwei beim diesjährigen CIO des Jahres.

Seine berufliche Welt verändert sich gerade mit einer Geschwindigkeit, dass Andreas Strausfeld kaum noch nachkommt mit dem Beschreiben der Strukturen. Im Fragebogen zum diesjährigen Wettbewerb "CIO des Jahres" hatte er die "Ausgründung der DAK-IT zur 100-prozentigen DAK-Tochter Esanio GmbH" erwähnt. Beim Interviewtermin, nur ein halbes Jahr später, sagt der IT-Lenker dann: "Die Esanio gibt es übrigens nicht mehr."

Es ist mehr eine beiläufige Bemerkung als eine große Ankündigung. Und tätsächlich handelt es sich eher um eine Kleinigkeit, wenn sie an den sonstigen Umwälzungen rund um den DAK-CIO misst. Die wichtigste Veränderung: Strausfeld wird 2009 kein CIO mehr sein und auch nicht mehr DAK-Angestellter. Jedenfalls nicht direkt, sondern er ist dann einer von drei Geschäftsführern der Bitmarck Holding GmbH, eines IT-Dienstleisters der Sozialversicherungsbranche (siehe Interview). An dem Unternehmen hält die DAK etwa 25 Prozent. In dieser Firma ist Esanio aufgegangen, und rund 300 IT-Mitarbeiter der DAK werden 2009 für Bitmarck arbeiten.

"Der Konkurrenzkampf ist deutlich härter geworden."

Andreas Strausfeld über die Umbrüche in der Krankenkassenlandschaft und die Rolle der IT.

CW: Fusionen, Allianzen, Umstrukturierungen: In Deutschlands Krankenkassenlandschaft scheint kein Stein mehr auf dem anderen zu bleiben. Was sind die Gründe?

STRAUSFELD: Krankenversicherer sind heute in einer zwiespältigen Situation. Sie erfahren von politischer und gesetzgeberischer Seite viele Reglementierungen, dennoch sollen sie agieren wie Wirtschaftsunternehmen, inklusive dem Risiko, im schlimmsten Fall auch pleite zu gehen. Der Konkurrenzkampf ist deutlich härter geworden, verbunden mit einem gewissen Zwang zur Größe.

CW: Was bedeutet das für die IT?

STRAUSFELD: Die Unternehmen konzentrieren sich auf das Kerngeschäft, und das ist eine optimale, individuelle Betreuung der Kunden. Hier spielt die IT eine sehr große Rolle, gleichzeitig gibt es noch Verbesserungspotenzial. Wie eine aktuelle IDC-Studie erneut bestätigt hat, funktioniert in unserer Branche die Abstimmung zwischen der IT- und den Fachabteilungen nicht immer optimal. Mit unserem Projekt proDAK und der DAKOR-Plattform sind wir hier einen großen Schritt vorangekommen.

CW: Im kommenden Jahr werden Sie einer von drei Geschäftsführern der Bitmark Holding GmbH, eines von mehreren Krankenkassen getragenen IT-Dienstleisters. Was ist das Ziel dieser Allianz?

STRAUSFELD: Die Rolle der Bitmarck ist die eines integrierten IT-Service-Unternehmens für den gesamten Sozialversicherungsbereich. Schon heute bedienen wir etwa 180 Krankenkassen sowie andere Institutionen mit zusammen über 40 000 Mitarbeitern. Unsere Stärke ist dabei der Full-Service, das heißt wir bieten Software, Betriebsleistungen, Beratung und Business Process Outsourcing aus einer Hand.

CW: Verspüren Sie manchmal ein gewisses Schwindelgefühl in Anbetracht der Größe Ihrer neuen Aufgabe?

STRAUSFELD: Eigentlich nicht. Natürlich wird mein Job deutlich anders sein als die jetzige Tätigkeit als DAK-CIO. Aber das macht die Sache ja gerade so spannend.