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SAP S/4HANA

Der digitale Kern für Cloud und On-Premise

24.05.2016
Der Trend zur Digitalisierung geht mit einem Paradigmenwechsel in der Datenverarbeitung einher. SAP S/4HANA kann als digitaler Kern eines Unternehmens hierbei unterstützen - in der Cloud oder On-Premise.

Agilität und Kraft: Das sind für Dr. Wieland Schreiner, Executive Vice President SAP S/4HANA, Aspekte, die beim Bergsteigen und Klettern helfen, zügig und sicher den Gipfel zu erklimmen. "Unnötige Last ist dabei nur hinderlich, aber auf das lebensnotwendige Material darf man nicht verzichten", erläutert der bei SAP global für SAP S/4HANA verantwortliche Entwicklungsleiter. Je athletischer der Kletterer und je besser seine Technik, umso realistischer ist eine erfolgreiche Begehung. Übertragen auf Unternehmenssoftware sind technische Restriktionen, die klassische Datenbanken mit sich bringen, in den Augen von Schreiner unnötiges Zusatzgewicht. Bislang erschwerten Datensilos, getrennte Systeme für OLTP und OLAP, Indizes, Aggregate, fehlende Echtzeiteinblicke sowie durchgängige Prozesse die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle und bereichsübergreifender Lösungen. Aggregate und programmierte Indizes enthalten keinen semantischen Wert und erlauben in klassischer Technologie nur einen akzeptabel schnellen Zugriff auf Summen und Daten. Diese Elemente führen aber zu begrenzter Skalierbarkeit in der Anwendung aufgrund notwendiger Datenbanksperren während der Aktualisierung von Aggregaten. Es werden also Elemente vorgehalten, "nur für den Fall, dass man sie später einmal brauchen könnte", so Wieland Schreiner.

1. Das Gerüst des digitalen Kerns: SAP HANA und spaltenbasierte Tabellen

Bei der In-Memory-Technologie SAP HANA ist das anders: Die Informationen liegen spaltenbasiert vor. Dadurch erübrigt sich die Notwendigkeit von Indizes und Aggregaten. So können beispielsweise zu Warenbewegungen nur die primären Informationen gebucht werden, und das maximal skalierend ohne jede Datenbanksperre. Alle abgeleiteten Sekundärinformationen wie Aggregate oder Key Performance Indikatoren werden "on the fly" ermittelt. Eine Schlüsselfunktion hat dabei die In-Memory-Technologie: "Auch beim Klettern ist das Gehirn ja bekanntlich der stärkste Muskel", komplettiert Wieland Schreiner sein sportliches Gedankenspiel. Dieses Prinzip liegt dem digitalen Kern, SAP S/4HANA, zugrunde. Damit können Unternehmen unmittelbar beispielsweise in der Logistik Mehrwerte wie optimiertes Nettoumlaufvermögen, kleinere Pufferbestände oder Echtzeiteinblicke in Bestand und Materialfluss erzielen.

"Mit SAP HANA bieten wir unseren Kunden eine revolutionäre und durchgängige IT-Infrastruktur sowie einen Paradigmenwechsel in der Datenverarbeitung", betont Schreiner. Fachbereiche profitieren davon, indem sie weitverzweigte Informationen in Eigenregie und Echtzeit auswerten, simulieren und visualisieren können, und das auf der verlässlichsten Datenbasis, direkt auf den einzelnen Buchungszeilen des transaktionalen digitalen Kerns. Zudem sind sie mit Auswertung, Simulation und Vorhersage in der Lage, neue Geschäftsmodelle und -prozesse schnell und flexibel anzupassen, umzusetzen und damit die digitale Transformation ihres Unternehmens selbst zu gestalten.

Eine digitalisierungsfreundliche IT-Umgebung konsequent zu realisieren - genau das ist unter dem digitalen Kern zu verstehen. Er vernetzt alle Anwendungen miteinander. So können die detailliertesten Daten ohne Informationsverlust im gesamten Unternehmen und darüber hinaus in Echtzeit genutzt werden. Der digitale Kern SAP S/4HANA ermöglicht im Zusammenspiel mit SAP HANA so eine durchgängige und nachhaltige Unternehmenstransformation.

Die In-Memory-Technologie SAP HANA ist nach der Periode der Großrechner und der Client-Server-Systeme der jüngste Technologiesprung in der IT. "SAP setzt mit SAP HANA einen Standard", ist Schreiner überzeugt. SAP HANA kann transaktionale und analytische Aufgaben in einem SAP-System bearbeiten. "Ich sehe sonst keine Datenbank, die das leistet", ist sich der Entwicklungsleiter von SAP S/4HANA sicher. "In der Vergangenheit mussten Daten aus einem System extrahiert und in ein anderes geladen werden - das kostet Geld und vor allem Zeit." Die Zusammenlegung von transaktionalen und analytischen Systemen ermöglicht es nun, unmittelbar die nur ein einziges Mal vorgehaltene Information auf kleinster granularer Ebene zu analysieren und automatische Lösungsfindungen und Entscheidungsvorlagen zu generieren. Die Verbreitung von SAP HANA in den Unternehmen gibt dem Ansatz von SAP recht: Sechs Jahre nach dem Launch setzen aktuell 10.000 Kunden SAP HANA ein. SAP S/4HANA ist seit einem Jahr auf dem Markt und das am schnellsten angenommene Produkt in der Unternehmensgeschichte der SAP. Über 3.200 Unternehmen haben sich bisher für den Einsatz von SAP S/4HANA entschieden. Mehr als 1.000 davon befinden sich bereits in der aktiven Implementierung, bereiten sich darauf vor oder sind schon live.

2. Der digitale Kern ermöglicht die Individualisierung der Produkte

SAP S/4HANA als digitaler Kern ist die technische und konzeptionelle Antwort auf den Trend der Digitalisierung. Vor mehr als zwanzig Jahren begann das Online-Banking, gefolgt von digitalen Fotos und Filmen, elektronischen Büchern, gestreamter Musik, einem Taxiunternehmen ohne Taxis, einem Hotelanbieter ohne Immobilien: "Allen diesen Angeboten ist eines gemein: Sie orientieren sich uneingeschränkt an den Vorlieben des Einzelnen", ist SAP-Executive Schreiner überzeugt. Ob Turnschuhe in der Wunschfarbe oder individuell lackierte Motorräder: Der Konsument kann und möchte mehr und mehr seine individuellen Wünsche in die Realität umsetzen. "Das Geschäft verändert sich weg vom B2B und auch weg vom B2B2C hin zum C2B - dem Consumer-to-Business ", so Schreiner. "Der Käufer bestimmt mit seinen Wünschen und Anforderungen zunehmend den Markt. Wer den Kunden besser, sprich individueller bedienen kann, ist der Gewinner. Mit SAP S/4HANA als digitalem Kern für Geschäftsprozesse lassen sich die zunehmende Individualisierung von Produkten und die daraus resultierenden massiv größer werdenden Datenmengen abbilden, "on the fly" verarbeiten und für Simulationen, Vorhersagen und Entscheidungen verwenden.

Beispiel: mi adidas

Welche Auswirkungen das auf die Wirtschaft hat, zeigt das Beispiel adidas. "mi adidas" heißt der Ansatz des Sportartikelherstellers, mit dem der Kunde einen individuellen Schriftzug auf den Sportschuh drucken lassen und dessen Farbe wie auch die Innen- und Außensohle selbst bestimmen kann. Zudem bindet adidas soziale Kanäle mit ein, um dort potenzielle Kunden zu finden und sie gezielt mit relevanten Informationen anzusprechen. "Das ist nur dann möglich, wenn sämtliche Kernprozesse auf den Konsumenten ausgerichtet sind", erläutert Wieland Schreiner.

Swiss Property und Airbus Defence and Space Optronics neue Kunden von SAP S/4HANA

Jüngste Studien bestätigen, dass die meisten Implementierungen von SAP S/4HANA nur wenige Monate benötigen, abhängig von den jeweiligen Voraussetzungen. So hat das Züricher Architekturbüro Swiss Property (83 Mitarbeiter, 330 Millionen Euro Umsatz) die neue Software innerhalb von acht Wochen implementiert. "Das Unternehmen ist mit der Standardkonfiguration mit bestehenden Best Business Practices gestartet", erläutert Wieland Schreiner. "Swiss Property hat also gar nicht erst Zeit darauf verwendet, die Software für sich hochgradig anzupassen, sondern lediglich die bestehenden Daten in das neue System migriert." So konnte sich das Schweizer Unternehmen sehr schnell wieder seinem Kerngeschäft, individuell designte Luxushäuser zu bauen, widmen.

Airbus Defence and Space Optronics, eine Tochter des Luftfahrtkonzerns Airbus, hat bereits fünf Monate nach dem Startschuss des Projektes den Live-Betrieb der neuen Software aufgenommen. Die Airbus-Tochter mit 800 Mitarbeitern und 200 Millionen Euro Umsatz im Jahr verspricht sich von SAP S/4HANA unter anderem zügige Absatzprognosen und Projekt-Cashflows für Berichte und Präsentationen.

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