Outsourcing

Der deutsche Markt wächst robust

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
IT-Infrastruktur-Services stellen nach wie vor das größte Segment dar. Aber auch das Auslagern von Geschäftsprozessen nimmt zu.

Der Stellenwert des Outsourcings ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Neben dem Auslagern der IT beziehungsweise Teilen davon gewinnt auch das Outsourcing von Geschäftsprozessen zunehmend an Bedeutung. Die Sourcing-Strategien der Anwender werden immer differenzierter. Das liegt auch daran, dass es mittlerweile mehr Optionen gibt: Waren vor zehn Jahren noch "Alles-oder-Nichts-Varianten" mit langen Laufzeiten zu Fixpreisen an der Tagesordnung, treten heute flexiblere Modelle - meist mit kürzeren Laufzeiten und transparenten und leistungsabhängigen Preisen - stärker in Erscheinung. Das favorisierte Modell deutscher Anwender ist aber nach wie vor das klassische Outsourcing. Einer Umfrage der Experton Group zufolge wollen lediglich 25 Prozent der Unternehmen andere Formen wie Utlity-Modelle in den kommenden zwei bis vier Jahren umsetzen - entweder als Alternative oder Ergänzung zum klassischen Auslagern oder sogar als Einstieg ins Outsourcing. Insbesondere der Mittelstand signalisiert hier deutliches Interesse, so die Marktforscher.

IT ist "Outsourcing-Ready"

Im Applikationsbereich werden vor allem Web-Anwendungen und Portale, ERP-Sytsteme (Enterprise Resource Planning), branchenspezifische Kernanwendungen sowie Systeme in den Bereichen Messaging, Help Desk, BI (Business Intelligence) und CRM (Custumer Relatoinship Management) ausgelagert. Im Infrastrukturbereich ist die Bandbreite besonders groß. Die extern erbrachten Leistungen beziehen sich auf Server, Desktops, Netzwerke ebenso wie auf den Betrieb beziehungsweise die Wartung von Storage, Datenbanksystemen, Web-Application-Servern und File-Services.

Auch Security-Services haben sich sichtbar etabliert. Vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) besteht eine große Nachfrage, da ihnen in der Regel die personellen und organisatorischen Ressourcen fehlen, um den erforderlichen Grad an IT-Sicherheit zu gewährleisten. Es gibt zwar nach wie vor große Unterschiede in Umfang und Grad des Auslagerns. Aber grundsätzlich sind alle Bereiche der IT "Outsourcing-Ready", fasst Matthias Zacher, Senior Advisor bei der Experton Group, zusammen.

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