Trends im Data Management

Der Datenbankmarkt kommt in Bewegung

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Die Machtverhältnisse schienen lange geklärt. Doch neue technische Entwicklungen und Konkurrenten im Data Warehousing fordern die Platzhirsche heraus.

Erdrückend ist heute die Vorrangstellung von Oracle, IBM und Microsoft. Laut Berechnungen von IDC konnten sie 2007 zusammen rund 80 Prozent der Umsätze mit relationalen, aber auch nichtrelationalen Datenbank-Management-Systemen (DBMS) einstreichen. Die Anbieter profitieren davon, dass das Datenbankgeschäft als relativ krisensicher gilt, da Firmen ein DBMS als Grundpfeiler ihrer IT-Landschaft betrachten und unternehmenskritische Anwendungen darauf betreiben.

So verzeichnete der Datenbankmarkt in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum, das den Großen der Branche zweistellige Umsatzsteigerungen brachte. Besonders die Anwendungsgebiete Stammdatenverwaltung, Business Intelligence/Data Warehousing und die ständig zunehmenden Datenmengen treiben die Nachfrage. Allerdings sind angesichts der aktuellen Wirtschaftsentwicklung sowohl IDC als auch die Marktforscher von Gartner vorsichtiger in ihren Prognosen für 2009. Sie erwarten eine Wachstumsdelle.

Drei gegen den Rest

2005

2006

2007

Gesamter Marktanteil 2007

Wachstum von 2006 auf 2007

Oracle

6,396 Mrd. Dollar

7,365 Mrd. Dollar

8,343 Mrd. Dollar (davon 7 Millionen Dollar mit nichtrelationalen DBMS)

37,6 %

13,3 %

IBM

4,017 Mrd. Dollar

4,397 Mrd. Dollar

4,879 Mrd. Dollar (davon 926 Millionen Dollar mit nichtrelationalen DBMS)

22,0 %

11,0 %

Microsoft

3,593 Mrd. Dollar

4,215 Mrd. Dollar

4,670 Mrd. Dollar (davon 1,190 Mrd. Dollar mit nichtrelationalen DBMS)

21,0 %

10,8 %

Sybase

0,531 Mrd. Dollar

0,591 Mrd. Dollar

0,658 Mrd. Dollar

3,0 %

11,3 %

Teradata

0,542 Mrd. Dollar

0,558 Mrd. Dollar

0,630 Mrd. Dollar

2,8 %

12,9 %

Laut Gartner wollen nur wenige Anwender in diesem Jahr oder längerfristig zusätzliche Datenbankprodukte einsetzen. Befragt wurden 686 Unternehmen weltweit.

Spezialisierung im Datenbankmarkt

Den Nutzen und die Bedeutung von DBMS wird zwar kaum ein Anwender grundsätzlich in Frage stellen. Viele müssen aber aus einem anderen Grund ihre bisherige Datenbankstrategie überdenken: Es ist nicht mehr selbstverständlich, mit einem DBMS die immer vielfältigeren Anforderungen in puncto Datenmenge und -typen sowie Zugriffsmethoden optimal abdecken zu können. Im Gegenteil: Seit einigen Jahren wächst die Vielfalt der Systeme, die beispielsweise als XML-Speicher, als Suchmaschinen oder als spezielles Data-Warehouse-System genutzt werden (siehe Kasten "Spezialisierung").

Vor allem das mit Abstand größte Marktsegment der relationalen DBMS (geschätztes Marktvolumen bis Ende 2008: 19 Milliarden Dollar) ist von dieser Entwicklung betroffen, auch wenn dies gemessen an der reinen Umsatzverteilung zunächst nicht den Eindruck macht.