OpenStack-Akquisitionen

Der Ausverkauf läuft auf Hochtouren

30.06.2015
René Büst ist Technology Analyst & Advisor mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Hat Linux mit etwa 10 Jahren fast doppelt so lange benötigt, um eine ähnliche Marktrelevanz zu erreichen, so hat die OpenStack Foundation vom großen Bruder gelernt und macht viele Dinge richtig. Die Bedeutung und Marktreife von OpenStack lässt sich am Akquisitionsverhalten ablesen. Der Ausverkauf ist in vollem Gange.

In diesem Jahr feiert OpenStack sein fünfjähriges Markbestehen. Trotz seiner noch relativ jungen Vergangenheit hat das Open-Source-Projekt bereits für jede Menge Wirbel gesorgt. Angetrieben von einem zahlungskräftigen Ökosystem bestehend aus dem Who is Who der Cloud- und Open-Source-Branche wird ordentlich Dampf erzeugt. Dies wirkt sich auf die Marktreife aus.

Die Einkaufstour der großen Anbieter spricht für deren Kommittent und die fortgeschrittene Reifephase von OpenStack.
Die Einkaufstour der großen Anbieter spricht für deren Kommittent und die fortgeschrittene Reifephase von OpenStack.
Foto: fixer00-Shutterstock.com


Nach nur fünf Jahren kann die OpenStack-Gemeinde bereits auf eine stolze Anzahl von Akquisitionen zurückblicken. Das Jahr 2014 gilt hierbei als Startschuss, in dem die ersten großen renommierten IT-Anbieter auf Einkaufstour gegangen sind, um sich die für ihr Portfolio strategisch wertvollsten OpenStack-Startups zu schnappen.

OpenStack Akquisitionen
OpenStack Akquisitionen
Foto: Crisp Research AG
  • April 2014: Red Hat kauft Ceph-Storage Anbieter Inktank und übernimmt das Produkt mit dem Namen "Red Hat Ceph Storage" in das eigene Portfolio.

  • Juni 2014: Red Hat kauft OpenStack-Integration-Service Anbieter eNovance, um die Beratungskompetenz auf der Kundenseite auszubauen.

  • September 2014: Cisco kauft OpenStack-as-a-Service Anbieter Metacloud und überführt das Produkt mit dem Namen "Cisco OpenStack Private Cloud" in das eigene Portfolio.

  • Oktober 2014: EMC kauft OpenStack-Distribution Cloudscaling und wird im November 2015 mit "Caspsian" ein eigenes OpenStack-Produkt veröffentlichen, das auf der Cloudscaling-Technologie basiert.

  • Juni 2015: Cisco kauft OpenStack-Pionier und Startup Piston Cloud Computing, um seine Intercloud-Initiative zu stärken.

  • Juni 2015: IBM kauft OpenStack Private Cloud Anbieter BlueBox, um damit sein Hybrid Cloud Angebot weiter auszubauen.

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Mit dieser Übernahmewelle sind die meisten der bis dato vielversprechendsten OpenStack-Startups in den Besitz großer Anbieter übergangen. Dies zeigt, dass OpenStack es weit oben auf die strategische Agenda der großen Player geschafft hat und unterstreicht dessen mittlerweile große Bedeutung. Die Anbieter bauen damit ihre Portfolios weiter aus oder versuchen ein fester Bestandteil des OpenStack-Markts zu werden. Zudem kaufen sie sich hiermit das derzeit noch rar gesäte OpenStack-Wissen aus dem Markt.

Die Mehrzahl sieht OpenStack als echte Alternative zu bestehenden Cloud-Management-Lösungen.
Die Mehrzahl sieht OpenStack als echte Alternative zu bestehenden Cloud-Management-Lösungen.
Foto: Crisp Research AG

Ein attraktives Ziel ist bisher noch auf dem Herzblatt-Hocker sitzen geblieben: Mirantis. Dabei ist der selbsternannte Pure Play OpenStack-Anbieter einer der derzeit hoch gehandelten Übernahmekandidaten. Aus gutem Grund. Mirantis ist sowohl mit einer eigenen Distribution (Mirantis OpenStack), einem Hosted Private Cloud Angebot (Mirantis OpenStack Express) sowie mit Beratungsleistungen (Mirantis Consulting) und eigenen Schulungsangeboten (Mirantis Training) unterwegs. Für den künftigen Käufer somit ein durchaus reizvolles Übernahmeziel, um mit einem Streich das eigene Portfolio in allen wichtigen Bereichen OpenStack-ready zu machen.

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Die Einkaufstour der großen Anbieter spricht für deren Kommittent und die fortgeschrittene Reifephase von OpenStack. Für die weitere Entwicklung des Open-Source-Projekts handelt es sich dabei definitiv um ein gutes Zeichen. Allerdings zeichnet sich langsam ab, dass das OpenStack-Ökosystem immer mehr unter die vollständige Kontrolle der großen Anbieter fällt. (bw)