IT-Virtualisierung

Den Kinderschuhen entwachsen

Dr. Klaus Manhart hat an der LMU München Logik/Wissenschaftstheorie studiert. Seit 1999 ist er freier Fachautor für IT und Wissenschaft und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Uni München für Computersimulation. Schwerpunkte im Bereich IT-Journalismus sind Internet, Business-Computing, Linux und Mobilanwendungen.
Über die virtualisierte IT-Welt berichten Experten auf dem "3. IIR-Forum IT-Virtualisierung" Anfang Oktober in Frankfurt. Thematische Schwerpunkte sind Client-seitige Virtualisierung, Cloud Computing, virtuelle Server und Storage sowie Green IT.
"Virtualisierung ist der Schlüssel zur effizienten, sicheren und Ressourcen schonenden IT", sagt Prof. Arnd Bode von der Technischen Universität München.
"Virtualisierung ist der Schlüssel zur effizienten, sicheren und Ressourcen schonenden IT", sagt Prof. Arnd Bode von der Technischen Universität München.

Hardware-Virtualisierung im Server- und Desktop-Bereich hat sich durchgesetzt. 2008 wurden erstmals mehr virtuelle Maschinen (VMs) ausgeliefert als physikalische Server. Dieser Trend wird sich IDC-Analysten zufolge fortsetzen: 2013 sollen 2,7 Millionen VMs in Westeuropa verkauft werden. Ihnen stehen gerade einmal 1,9 Millionen physikalische Server gegenüber.

Kaum ein Rechenzentrum kommt heute noch ohne VMs aus: "Virtualisierung ist der Schlüssel zur effizienten, sicheren und Ressourcen schonenden IT", sagt Prof. Dr. Arnd Bode, Kuratoriumsvorsitzender des Leibniz Rechenzentrums München. Auf dem 3. IIR-Forum IT-Virtualisierung am 7. und 8. Oktober 2009 in Frankfurt gibt Bode in seiner Keynote eine Zusammenfassung der Trends sowie einen Überblick über die wichtigsten Management-Tools für heterogene virtualisierte Infrastrukturen.

Neue Sicherheitsprobleme

Doch virtuelle Umgebungen werfen auch neue Sicherheitsprobleme auf. "In vielen Organisationen wird keine realistische Risikoanalyse vorgenommen", stellt Enno Rey, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters ERNW fest. "So wurde gerade auf der Black Hat Konferenz in Las Vegas ein spektakulärer 'Full-Escape'-Angriff gegen VMware ESX demonstriert. Gleichzeitig erleben wir, dass große Unternehmen ihre SOX-relevanten Systeme oder 'Kronjuwelen' virtualisieren möchten. Da ist der Konsolidierungs- und Kostendruck oft wichtiger als eine vernünftige Sicherheitsarchitektur", erklärt Rey.

Auf der IT-Tagung gibt der Sicherheitsexperte einen Überblick über die Angriffsarten und typischen Sicherheitsprobleme. Zudem vergleicht er VMware ESX mit anderen Plattformen wie zum Beispiel IBM LPARs.

Virtualisierungspraxis

Auch beim Disaster Recovery herrscht oft Unsicherheit. Gründe sind zum einen die unübersichtliche Vielfalt der Backup-Lösungen, zum anderen die fehlenden Möglichkeiten einer Storage- und Datenvirtualisierung. Über den Einsatz von D2D-Backup-Systemen wird Dr. Wolfgang von Königslöw von der TIM AG sprechen und dabei auf Trends bei den Lösungsansätzen eingehen.

Ein weiterer Themenkomplex ist Virtualisierung in der Praxis. Die Strategien und Motivation für Desktop-Virtualisierung wird anhand eines Praxisberichts der UniCredit Group vorgestellt. Warum für komplexe Kundenlandschaften eine Kombination von Terminalserver, VDI und Applikationsvirtualisierung sinnvoll ist, zeigen die Prozesse bei T-Systems. Hier steht vor allem die Operationalisierung, also die durchgängigen Business- und Betriebsprozesse für den Kunden, im Vordergrund. Die Prozesse und das Monitoring komplexer virtueller Umgebungen wie SAN und Storage erläutert Olaf Romer, der CTO der Basler Versicherungs-Gesellschaft. Das vollständige Programm der Konferenz ist im Internet abrufbar unter www.iir.de/ots-virtual09.