Weiterbildung

Demos wächst gegen den Trend

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Mit den richtigen Themen in der Weiterbildung lässt sich auch in schwierigen Zeiten Geld verdienen, ist Felix Müller, Geschäftsführer der Demos europäische Wirtschaftsakademie, überzeugt.
Felix Müller, Demos Europäische Wirtschaftsakademie: Wir werden in diesem Jahr zweistellig wachsen.
Felix Müller, Demos Europäische Wirtschaftsakademie: Wir werden in diesem Jahr zweistellig wachsen.

Der französische Weiterbildungsanbieter Demos ist seit 2004 auf dem deutschen Markt, als er die in Berlin ansässige Europäische Wirtschaftsakademie erwarb. Das Unternehmen setzt weltweit rund 100 Millionen Euro um, davon etwa 60 Millionen in Frankreich, 20 Millionen in England und USA, und in Deutschland sind es 1,5 Millionen. Das Geschäft stützt sich auf drei Säulen. Es sind dies offene Seminare vor allem im Bereich Soft Skills, Personalentwicklungskonzepte und Managed Service, sprich Übernahme von Weiterbildungsaktivitäten von Firmen. Vor allem in den beiden letzterwähnten Feldern sieht der deutsche Geschäftsführer Felix Müller gute Entwicklungsperspektiven.

"Durch die Auslagerung können die Kosten für Weiterbildung signifikant reduziert werden", ist Müller überzeugt. Er nennt einen Fall, in dem allein die Prozesskosten pro Trainer 100 Euro ausmachten. Firmen könnten also richtig Geld sparen, wenn sie von der Seminarverwaltung über E-Learning-Programme bis hin zur Qualitätskontrolle Aufgaben nach außen geben. Auch was die Personalentwicklung angeht, ist Müller zuversichtlich. Vor allem das Training mit Führungskräften und mit Mitarbeitern, die ein Unternehmen unbedingt behalten will, wächst. Dabei kommt Demos zugute, dass es weltweit tätig ist, was bei Weiterbildungsfirmen eher die Ausnahme ist. Und globale Konzerne interessieren sich für standardisierte, weltweit einheitliche Konzepte - allerdings mit lokalen Anpassungen, wie bereits in China und Arabien geschehen.

Minus bei offenen Seminaren

Weniger gut laufen die offenen Seminare. Hier muss Müller einen Rückgang von rund 20 Prozent in Kauf nehmen. Auch die Inhouse-Schulungen liefen durchwachsen. Im Angebot sind Blended-Learning-Kurse, also der Mix aus Online-Seminaren und Präsenzunterricht. Demos verweist stolz darauf, Trainer, Inhalte und Technologie, also ein eigenes Learning Management System (LMS), aus einer Hand anbieten zu können. Nächster Schritt, so Müllers Vorstellung ist es, Bildungshappen via mobile Geräte zur Verfügung zu stellen. Er kann sich gut vorstellen, dass sich Reisende Lernsequenzen von drei bis fünf Minuten beispielsweise auf ihrem mobilen Telefon zu Gemüte führen. Weniger zuversichtlich ist er dagegen beim Thema Web 2.0. Zumindest hat er keine Anfragen bezüglich Firmen-Wikis oder Blogs erhalten.

Alles in allem aber ist Müller optimistisch und rechnet in diesem Jahr mit einem zweistelligen Wachstum, das er in den beiden letzten Jahren auch vorweisen konnte.