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Delta Airlines startet zweiten RFID-Test

02.04.2004

Einen zweiten Anlauf in Sachen Radio Frequency Identification (RFID) unternimmt der Flug-Carrier Delta Air Lines mit Hauptsitz in Atlanta, Georgia. Der erste Versuch, Passagiergepäck mit Hilfe von Funk zu identifizieren, hatte zeitweilig nur eine Erkennungs-Genauigkeit von durchschnittlich 96,7 Prozent ergeben. (Computerwoche.de berichtete). Nach Auskunft von Pat Rary, Manager für Deltas Gepäckbeförderungs-Konzepte, litten die Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr vor allem unter der Metallhaut der Container, mit denen die Koffer zu den Flugzeugen befördert werden: Der stark leitende Werkstoff habe die Signale der RFID-Antennen verfälscht.

Diesem Problem widmet sich die gestern gestartete Neuauflage des Praxistests: Das Flughafenpersonal wurde angewiesen, die Gepäckstücke diesmal so zu platzieren, dass die Funketiketten die Container-Wände nicht berühren. Auf diese Weise hofft Delta, bessere Werte zu erzielen.

Wie Rary auf einer RFID-Konferenz in Chicago verriet, will die Fluglinie in dem auf einen Monat und die Flüge nach Jacksonville, Florida, begrenzten Feldversuch insgesamt 40.000 auf einer Frequenz von 915 MHz sendende "Tags" verwenden - je 20 000 von Matrics, Columbia, Maryland, und von Alien Technology, Morgan Hill, Kalifornien. Beim ersten Mal waren Chips von Matrics und SCS zum Einsatz gekommen. Gekennzeichnet werden die Funketiketten mit Flugnummer, Passagiername und einer Seriennummer, die jedes Gepäckstück kennzeichnet.

Rary erhofft sich vom Einsatz der RFID-Technik Einsparungen in "signifikanter" Höhe. Der Carriere gebe "mehrere zehn Millionen Dollar" im Jahr aus, um die 800.000 verlorenen der 70 Millionen beförderten Gepäckstücke wiederzufinden. Eine flächendeckende RFID-Kennzeichnung jeder Tasche und jedes Koffers auf den 7000 Delta-Flügen pro Tag dürfte jedoch ebenfalls mit erheblichen Kosten verbunden sein, denn die Chips kosten derzeit 30 bis 40 Cent das Stück.

Zudem eignet sich die Technik aufgrund ihrer mangelhaften Standardisierung noch nicht für Interkontinental-Flüge. Laut Anthony Cerino, Experte für Kommunikationssicherheit bei der US-Behörde Transportation Security Administration (TSA), nutzen japanische Flughäfen für RFID-Anwendungen statt der in den USA üblichen 915-MHz- die 955-MHz-Frequenz. Deshalb habe sich die TSA entschlossen, alternative Frequenzen im relativ schmalen 900-MHz-Band zu testen. (qua)