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Deloitte & Touche trennt Buchprüfungs- von Beratungssparte

07.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Als letztes der "Big Five" der Branche will nun auch Deloitte & Touche sein Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgeschäft voneinander trennen. Das Unternehmen habe sich laut Presseberichten jedoch noch nicht festgelegt, in welcher Form dies geschehen soll. Deloitte & Touche ist neben seiner Rolle als Buchprüfer auch als IT-Berater für CRM (Customer-Relationsship-Management) und SCM (Supply-Chain-Management) sowie als Systemintegrator tätig. Bereits seit Jahren beschäftigt sich die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) mit der Frage, ob ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer seinen Klienten gleichzeitig auch andere Dienste anbieten darf. So bestünden Bedenken, dass ein Unternehmen seine Rolle als Auditor weniger streng angehe, um den Kunden nicht zu verärgern und so eventuell den Beratungsvertrag zu verlieren. Zu diesen Consulting-Diensten

zählen IT-Services wie IT-Beratung oder Systemintegration. Diese haben in den letzten Jahren stark zu den Umsätzen von Wirtschaftprüfungsfirmen beigetragen. Um Interessenskonflikten vorzubeugen, hatte die SEC den fünf großen Firmen der Branche empfohlen, ihr Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgeschäft voneinander zu trennen.

Ernst & Young hatte bereits Anfang 2000 seine Consulting-Sparte an die französische Unternehmensberatung Cap Gemini verkauft, KPMG gründete sein Beratungssparte KPMG Consulting als unabhängiges Unternehmen aus. Pricewaterhouse-Coopers kündigte vergangene Woche an, seine Bereich Management-Beratung, PwC Consulting, im zweiten Quartal diesen Jahres an die Börse zu bringen. Zuletzt gab Arthur Andersen, das wegen seiner Rolle bei der Enron-Pleite unter Beschuss geraten war und bei Global Crossing gleichzeitig als Buchprüfer und Berater tätig war, am Sonntag bekannt, es werde keine weiteren IT-Consulting-Aufträge von Wirtschaftsprüfungskunden in den USA annehmen.(mb)