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Deloitte: Es kommen schlechte Zeiten für Festnetzanbieter

06.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Glaubt man dem Beratungsunternehmen Deloitte, so kommen auf die Festnetzanbieter schlechte Zeiten zu. Durch den technischen Fortschritt, etwa UMTS oder WLAN, stehe immer mehr Bandbreite für mobile Kommunikationsdienste zur Verfügung, was den Konkurrenzdruck auf die Festnetzanbieter merklich erhöhe. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Deloitte in seine neuen Bericht "The Hundred Year Storm: Wireless Disruption in Telecommunications".

Dabei stellt sich laut Frank Hülsberg, Partner Technology, Media and Telecommunications bei Deloitte, nicht die Frage, wann mobile Dienste so gut sind wie Festnetzangebote, sondern entscheidend sei, " wann diese Dienste den Anforderungen ganz normaler Festnetzkunden genügen werden". Würden die Mobilfunker dann noch den Anforderungen des Massenmarktes nachkommen und gezielt Festnetzkunden ansprechen, könnten sie mit dem Festnetz konkurrieren. Zumal diese Kunden keinen besonderen Wert auf besondere Sprachqualität legten und nur wenige Kabelkanäle oder spezielle WLAN-Services benötigten.

Gerade im ISDN-verwöhnten Deutschland erscheint aber diese Aussage in Sachen Sprachqualität zweifelhaft. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob der Mobilfunk (384 Kbit/s bei UMTS) mit dem steigenden Bedürfnis nach Bandbreite - erste DSL-Angebote im Festnetz locken mittlerweile mit 6 Mbit/s - wirklich befriedigen kann. (hi)