Kostengründe

Dell will seine Produktion losschlagen

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Der texanische Computerbauer Dell versucht einem Pressebericht zufolge, seine Fabriken an Auftragsfertiger zu veräußern, um Kosten zu sparen.

Dell wolle sein Produktionsmodell überarbeiten, schreibt das "Wall Street Journal", das lange Zeit ein Alleinstellungsmerkmal gewesen, aber nicht länger ein Wettbewerbsvorteil mehr sei. Das US-Wirtschaftsblatt berichtet unter Berufung auf Insider, Dell sei an verschiedene Contract Manufacturer mit Verkaufsangeboten herangetreten. Eine der Quellen sagte, Dell werde "innerhalb der nächsten 18 Monate" die meisten, wenn nicht alle Fertigungsstandorte verkaufen. Es könnten auch Werke geschlossen werden.

Dell verkaufte früher zumeist maßgefertigte ("Built to order") Desktops in größeren Stückzahlen an Unternehmen. Der PC-Markt hat sich allerdings in den letzten Jahren erheblich gewandelt und wächst vornehmlich im Bereich Consumer-Notebooks für den Retail-Kanal - und die werden quasi durch die Bank von asiatischen Auftragsfertigern produziert. Dell ist in diesem Bereich mittlerweile weniger wettbewerbsfähig als Konkurrenten wie Hewlett-Packard oder Acer. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen einen enttäuschend geringen Quartalsgewinn gemeldet, der seine Aktie um mehr als 18 Prozent in den Keller schickte.