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Dell will Internet-Unternehmen als Kunden gewinnen

08.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Suche nach neuen Märkten ist Dell fündig geworden. Das Geschäft mit Internet-Service-Providern (ISPs) und Web-Hosting-Firmen verspricht Milliardenumsätze. Ein eigener Geschäftsbereich soll nun die "Dotcoms" mit Servern und anderer Hardware bedienen. Aufgabe der neuen Dell-Division wird es sein, Server und Speicherprodukte an aufstrebende Internet-Firmen zu verkaufen. Die Rechner sollen mit einem Betriebssystem vorkonfiguriert angeboten werden: Zur Wahl stehen die Enterprise-Edition von Windows 2000 oder das Open-Source-Unix Linux.

Experten beurteilen die Dell-Strategie als vielversprechend. So sei es eine geschickte Taktik, junge Internet-Firmen bereits kurz nach der Gründung zu ködern, um dann die neuen Kunden in ihrer Wachstumsphase mit der notwendigen Hardware zu versorgen, glaubt Ashok Kumar, Analyst bei US Bancorp Piper Jaffray. Die Texaner können bereits einige lukrative Aufträge verbuchen. So ordert zum Beispiel die Firma US Internetworking Server für 40 Millionen Dollar. Bei einer Ausschreibung des Spielwaren-Discounters Toys-R-Us gelang es, Mitbewerber Compaq auszustechen. Das Geschäft mit den aufstrebenden Dotcoms haben jedoch auch andere Rechnerhersteller bereits erkannt. Branchengrößen wie IBM, Compaq oder Hewlett-Packard versorgen den Markt mit leistungsstarken Maschinen. Dells PC-Server müssen in der Internet-Arena außerdem gegen Unix-Maschinen antreten, beispielsweise von Sun. Doch der anvisierte Markt lohnt

sich. Der in Round Rock ansässige Direktanbieter glaubt, dass Internet-Firmen in den nächsten 18 Monaten etwa 18 bis 30 Milliarden Dollar in neue Server-Systeme investieren werden. Laut einem Firmensprecher soll das Geschäft mit den Internet-Firmen bis zum Ende des laufenden Quartals am 30. April anrollen. Kopf des neuen Geschäftsbereichs wird Judi Webster sein, ehemals Vice President für den Verkauf bei Adobe Systems.