Jetzt offiziell

Dell will bei Softwarefirma Quest für 2,4 Milliarden Dollar zuschlagen

02.07.2012
Der US-Computerhersteller Dell will jetzt auch offiziell die US-Softwarefirma Quest kaufen.
Michael Dell kauft sich jetzt mal eine Enterprise-Sparte zusammen.
Michael Dell kauft sich jetzt mal eine Enterprise-Sparte zusammen.
Foto: Michael Dell

Das Unternehmen bietet den Aktionären von Quest je Aktie 28 US-Dollar in bar und legt damit insgesamt rund 2,4 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) auf den Tisch, wie die Texaner am Montag mitteilten. Quest steht seit einigen Monaten zum Verkauf. Vorab war aus informierten Kreisen bekannt geworden, dass Dell als weltweit drittgrößter PC-Hersteller mit dem Anbieter von Software für IT- und Systems-Management sein Dienstleistungsangebot ausbauen will.

Wegen der Schwäche des Marktes mit PC-Hardware hatte Dell sein Augenmerk zuletzt auch verstärkt auf Netzwerk- und Speichertechnik gelegt. Neue Trends wie Smartphones und Tablets setzen das Geschäft mit herkömmlichen PCs immer stärker unter Druck. Bis zum Geschäftsjahr 2016 wollen die Texaner daher den Umsatz mit Servern, Software und Dienstleistungen um 45 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar steigern. Konzernchef Michael Dell macht kein Geheimnis daraus, durch Zukäufe in diesen Bereichen wachsen zu wollen. Unter anderem kauften die Amerikaner jüngst den Sicherheitssoftware-Hersteller SonicWall.

Mit 28 Dollar stockte Dell sein Angebot etwas auf. Zuvor belief sich die Offerte auf 27,50 Dollar, der Aktienkurs an der New Yorker Nasdaq war am Freitag vergangener Woche jedoch darüber hinaus gestiegen. Seit Bekanntwerden des möglichen Verkaufs hatten die Aktien von Quest um knapp 44 Prozent zugelegt. Den Bieterwettstreit ausgelöst hatte der Finanzinvestor Insight Venture Partners Anfang März, der damals noch 23 Dollar zahlen wollte.

Der US-Softwaremarkt ist unverändert in Bewegung. Mit in diesem Jahr bislang über 500 Übernahmen ist der Markt auf Kurs, die Rekordzahl von 923 Zukäufen im vergangenen Jahr noch zu übertreffen. Größter Deal in diesem Jahr ist bislang der geplante Zukauf des Cloud-Spezialisten Ariba durch den deutschen Dax-Konzern SAP für rund 4,3 Milliarden Dollar. (dpa/tc)