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Dell USA will jetzt auch über Händler verkaufen

20.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der bislang ausschließlich auf den Direktvertrieb fokussierte US-Hersteller Dell sucht neue Umsatzströme für weiteres Wachstum und will zumindest in den Vereinigten Staaten künftig auch über Händler verkaufen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, geht es dabei allerdings nicht um PCs mit Dell-Label, sondern so genannte "White Boxes" oder Noname-Rechner, die nach Einschätzung der Marktforscher rund 30 Prozent des Marktes ausmachen. Neben solchen Rechnern - geplant ist unter anderem ein von Dell gefertigter Rechner für weniger als 500 Dollar - will Dell interessierten Händlern auch Finanzierungsangebote sowie spezielle Web-Zugänge zu seinen Produkt- und Serviceangeboten anbieten.

"Wenn Dell nach neuen Einnahmequellen sucht, dann ist das White-Box-Geschäft genau der Bereich, auf den sie sich fokussieren müssen", glaubt J.P.-Morgan-Analyst Bill Shope. Dell selbst geht davon aus, dass kleine Händler pro Jahr markenlose PCs im Wert von drei Milliarden Dollar verkaufen. Senior Vice President Frank Muehlemann bezeichnete die Ambitionen des Unternehmens beim indirekten Verkauf als "bescheiden" - man peile vielleicht 380 Millionen Dollar Umsatz im ersten Jahr an. Längerfristig sei auch ein Verkauf von Notebooks und Servern über den Handelskanal denkbar.

Am "schlanken" Geschäftsmodell werde sich durch den Händerverkauf nichts ändern, erklärte Muehlemann weiter: "Wir sehen keine Veränderung. Es gibt keine Lagerhaltung, keinen Preisschutz, nichts was sonst mit dem indirekten Modell einhergeht." Man wolle vor allem solche Händler gewinnen, die nicht reine "Boxenschieber" seien, sondern ihren Kunden darüber hinaus auch Training, Installation, Reparatur und andere Services bieten. (tc)