In Zentraleuropa um 120 Prozent gewachsen

Dell hat 1992 mehr als zwei Milliarden Dollar umgesetzt

19.03.1993

Offensichtlich nicht von der weltweiten Rezession und der damit einhergehenden nachlassenden Nachfrage nach Rechnern getroffen, konnte Dell 1992/93 (Ende: 31. Januar 1993) seinen Gewinn gegenueber dem Vorjahr verdoppeln. Er stieg von 50,9 auf 102 Millionen Dollar. Der Umsatz nahm um 126 Prozent auf 2,01 Milliarden Dollar zu. Gleichzeitig sanken die Betriebskosten des inzwischen zu den fuenf groessten PC-Herstellern der Welt gehoerenden Unternehmens um mehr als zehn Prozentpunkte auf 13 Prozent vom Umsatz.

Allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres wuchsen die Einnahmen des Herstellers um 117 Prozent auf 620,3 (1991/92: 285,7) Millionen Dollar. Den Profit konnte das von Gruender und CEO Michael Dell gefuehrte Unternehmen von 15,4 Millionen auf 31,3 Millionen Dollar erhoehen. Dabei wurden auf dem heimischen Markt rund 378 Millionen Dollar und ausserhalb der USA 242 Millionen Dollar erloest. Als "einen Hoehepunkt der internationalen Aktivitaeten" betrachtet Michael Dell den "brillanten Start" in Japan, wo seine Company im Januar 1993 den Vertrieb aufnahm.

Der letzte Abschnitt des Geschaeftsjahres war nach Angaben des Unternehmens von einer ueberproportionalen Steigerung der Umsaetze mit Kunden der oeffentlichen Hand gepraegt. Mit 302 Millionen Dollar haben diese Einnahmen gegenueber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 132 Prozent zugelegt. Aber auch Kunden aus dem Privatbereich und der mittelstaendischen Wirtschaft kauften im vierten Quartal offenbar verstaerkt die Rechner des Direktanbieters. In diesem Sektor brachte es Dell auf ein Wachstum von 128 Prozent und damit auf Einnahmen in Hoehe von 248 Millionen Dollar.

Gutes Geschaeft mit Privatkunden

Im Gegensatz zu den USA ist im Geschaeftsbereich Zentraleuropa, fuer den die deutsche Dell Computer GmbH verantwortlich zeichnet, das Geschaeft mit

Privatkunden "besonders stark" angestiegen. Auf diesen Bereich entfallen inzwischen 35 Prozent des insgesamt um 120 Prozent gestiegenen Umsatzes. Allerdings schweigt sich die deutsche Dependance ueber die absolute Umsatzhoehe genauso aus wie ueber den erzielten Jahresueberschuss. 15 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Business mit Value Added Resellern. Die restlichen 50 Prozent erwirtschaftete die deutsche Dell mit Grosskunden und Konzernen. Zu 90 Prozent trugen 486er und zu zehn Prozent 386er Systeme zum Geschaeft der Niederlassung bei.

"Wir sind im vergangenen Jahr etwa zehnmal so schnell gewachsen wie der europaeische Markt", freut sich Hendrik Geissler, Geschaeftsfuehrer Zentraleuropa. Trotz des sich weiter verschaerfenden Wettbewerbs geht er auch fuer das laufende Jahr von einem Wachstum aus, das "um den Faktor drei bis fuenf" ueber dem der Konkurrenz liegt.