Abkommen mit Weigang lndustriedienst und Hoskyns Group:

DEC gewann VAR-Partner für PPS-Lösung

04.11.1988

BAD BRÜCKENAU (qua) - Digital Equipment hat den indirekten Vertrieb für sich entdeckt. Jüngstes Beispiel: ein Abkommen mit der Weigang Industriedienst GmbH, Würzburg, und der Londoner Hoskyns Group, wonach die Würzburger künftig DEC-Vax-Rechner mit dem PPS-System Basis-MAS von Hoskyns auf dem deutschen Markt anbieten werden.

Als Abnehmer für das nach eigenen Angaben nicht auftrags-, sondern flußorientiert konzipierte Softwareprodukt will der Anbieter Fertigungsunternehmen mit einer Belegschaft von 500 Mitarbeitern aufwärts ansprechen; in Deutschland kämen hier vor allem die Automobilzulieferer in Frage. Für mittlere Industriebetriebe bietet die Weigang-Gruppe bereits das Programmpaket Struktura an, das speziell für Hewlett-Packard-Rechner ausgelegt ist.

Während Basis-MAS in der englischen Version auf verschiedenen Rechnertypen - darunter auch Unix-Maschinen - angeboten wird, beschränkt der Weigang Industriedienst sich auf die Vermarktung einer VAX-VMS-Version. Nach den Hintergründen befragt, gibt Berry Hodson, Executive Director der Hoskyns Group, zu bedenken, daß die deutsche Version schließlich auf irgendeinem Betriebssystem habe entwickelt werden müssen. Warum die drei beteiligten Unternehmen sich dann nicht auf DECs Unix-Derivat geeinigt hätten? Der Brite: "Ultrix ist für Digital Equipment doch noch sehr neu."

Daß Basis-MAS vorläufig auch nicht auf HP-Rechnern angeboten wird, hat nach Angaben von Gerhard Schmitt, Geschäftsführer beim Weigang Industriedienst, unternehmenspolitische Gründe: "Wir wollten uns nicht innerhalb einer Rechnerwelt verzetteln." Außerdem habe DEC mit seiner VAX-Familie in der anvisierten Zielgruppe die Nase vorn.

Will Hoskyns mit Hilfe des jetzt eingegangenen Dreiecksverhältnisses sein weltweit 600mal verkauftes Produkt im deutschen Markt lancieren, so ist Digital Equipment neuerdings generell an strategischen Partnerschaften mit Software- und Beratungsunternehmen interessiert. Dazu Gerhard Burtscher, als Channel Marketing Manager für das Vertriebspartnerprogramm des Mini-Herstellers verantwortlich: "DEC hat erkannt, daß es nicht reicht, ein Produkt zu verteilen, sondern daß man auf den Markt eingehen muß." Und die Kundschaft verlange nun einmal fertige Lösungen.