Neue strategische Allianz des Minimakers

DEC bietet Kunden künffig Software von Microsoft an

29.11.1991

REDMONT (vwd) - Die Digital Equipment Corp. (DEC) wird die Microsoft-Produkte Exel, Word, Power, Project und Visual Basic für ihre eigenen Kunden herstellen. Außerdem hat der Minicomputer-Hersteller nach Auskunft von Microsoft-Manager Michael Maples das Recht, die Microsoft-Anwendungen dem Bedarf der DEC-Kunden anzupassen.

Maples, Leiter des Microsoft-Bereiches Anwendungssoftware, bezeichnete die Vereinbarung mit DEC als "pragmatische Beziehung" zwischen zwei Gesellschaften. Er wies darauf hin, daß der PC-Softwarehersteller in der Vergangenheit auch anderen Unternehmen erlaubt habe, Microsoft-Software herzustellen und zu vertreiben. Nicht äußern wollte sich Maples, wie sich die Zusammenarbeit auf die finanzielle Situation von Microsoft auswirken werde. Mit dem Angebot von Microsoft-Produkterndurch Digital, so erklärte er aber, würden sich die Absatzmöglichkeiten wesentlich vergrößern.

Als Überraschung wurde die Erklärung Maples gewertet, der PC-Softwaremaker bemühe sich aggressiv um einen dominierenden Anteil bei jeder größeren Kategorie von Software-Anwendungen für PCs. Realistisches Ziel ist nach Aussage des Microsoft-Managers das Erreichen von 70 Prozent Marktanteil in jeder größeren Anwendungskategorie. Das "Wall Street journal" weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die Corporation aus Redmont in jüngster Zeit von ihren Konkurrenten beschuldigt wurde, zuviel Macht am Markt zu haben. Außerdem prüfe die US-Regierung, ob die Gesellschaft wettbewerbsfeindliche Praktiken anwendet.