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Debitel erzielt 2003 neuen Umsatz- und Gewinnrekord

24.03.2004

Ungeachtet der Verkaufspläne seiner Schweizer Muttergesellschaft Swisscom lief Debitel im Geschäftsjahr 2003 zu neuer Höchstform auf: Der Stuttgarter Vermarkter von Mobilfunkverträgen von T-Mobile, Vodafone und E-Plus steigerte seinen Umsatz gegenüber 2002 um sieben Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Nettogewinn dank Kostensenkungen und deutlich verbesserter Ergebnisse bei einigen Auslandstöchtern überproportional um 40 Prozent auf 56 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden wuchs von rund zehn Millionen auf 10,34 Millionen Nutzer.

Trotz neuer Rekordergebnisse von Debitel räumte Swisscom-Chef Jens Adler auf der Bilanzpressekonferenz am heutigen Mittwoch erneut ein, dass die deutsche Mobilfunktochter die Erwartungen der Schweizer seit der Übernahme nicht erfüllt habe. Man habe vor fünf Jahren definitiv zu viel für Debitel gezahlt. Seit dem Kauf habe Debitel lediglich 100 Millionen Euro Gewinn an Swisscom abgeführt.

Wegen der laufenden Verkaufsverhandlungen mit der britischen Beteiligungsgesellschaft Permira reduzierten die Schweizer 2003 den Buchwert der für rund drei Milliarden Euro erworbenen Tochter das dritte Jahr in Folge. Da Debitel nun nur noch mit 850 Millionen Franken (547 Millionen Euro) in den Büchern steht, geht Finanzchef Ueli Dietiker davon aus, dass bei einem Verkauf keine gewaltigen Differenzen zum Buchwert mehr entstehen werden.

Nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen sind sich Swisscom und Permira aber weiterhin über den Kaufpreis für den 93-prozentigen Anteil an Debitel unstimmig. Einem Bericht der Schweizer "SonntagsZeitung" zufolge, soll die Beteilligung für knapp eine Milliarde Euro den Besitzer wechseln (Computerwoche.de berichtete). Nun heißt es aus Insider-Kreisen, Permira sei höchstens bereit, 750 Millionen Euro zu zahlen.

Trotz der erneuten Wertberichtung auf Debitel konnte Swisscom 2003 seinen Nettogewinn mit 1,5 Milliarden Franken (963 Millionen Euro) gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln. Der Umsatz stagnierte dagegen bei 14,5 Milliarden Franken (rund 9,3 Milliarden Euro). (mb)