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Debian auf dem Weg in die Unternehmen?

14.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Führende Köpfe und einige spezialisierte Firmen unter Führung von Progeny wollen offenbar versuchen, die Debian-Distribution des Open-Source-Betriebssystems Linux attraktiver für Unternehmensanwender zu machen, wo bislang vornehmlich Red Hat und Novell/Suse anzutreffen sind. Dazu soll ein Debian Core Consortium gegründet werden, das vermutlich offziell zur Linuxworld Anfang August an den Start geht.

Der Debian-Projektgründer Ian Murdock, inzwischen Chairman und Chief Strategist von Progeny, schrieb bereits im Juni in seinem Blog, das Community-getriebene Debian brauche einen strukturierteren Ansatz, um sein Potenzial voll auszuschöpfen. Unter anderem wünscht sich Murdock einen planbareren Release-Zyklus, besseres Zusammenspiel mit unabhängigen Soft- und Hardwareanbieter und OEMs sowie eine engere Kooperation mit der Linux Standard Base.

Auch wenn Debian nicht über die Marketingmacht von Red Hat oder Novell verfügt - an Nutzern mangelt es dem Projekt wahrlich nicht. Laut Netcraft-Studie vom März 2005 ist es zum Beispiel hinter Red Hat die zweitpopulärste Distribution für den Betrieb von Web-Servern. Außerdem wurde es bereits als Basis für einige viel beachtete Linux-Projekte gewählt wie das "LiMux"-Projekt der Stadt München oder "Linex" der spanischen Provinz Extremadura.

Gleichzeitig bildet Debian die Grundlage einiger von kommerziellen Anbietern geschnürter Distributionen (Progeny, Linspire, Xandros, Sun Wah) sowie von Ubuntu und Bruce Perens' (einst Debian Project Leader) User Linux. Diese Popularität könnte dabei helfen, dass das Debian Core Consortium mehr Erfolg hat als frühere herstellergetriebene Ansätze wie United Linux oder das Linux Core Consortium. (tc)