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Debatte um Handys und Gesundheitsschäden geht weiter

27.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In Großbritannien haben zwei in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Artikel die öffentliche Diskussion um die potenziellen Gesundheitsschäden durch Handys wieder angeheizt. Während der US-Forscher Kenneth Rothman aus Boston, Massachusetts, in seinem wissenschaftlichen Bericht erklärt, es sei zu früh, um ein Urteil über die durch Mobiltelefone verursachten Gesundheitsrisiken zu fällen, sieht der Brite Gerard Hyland dies ganz anders. Der Biophysiker von der University of Warwick behauptet, es gebe inzwischen genügend Beweise dafür, dass die schwachen Funksignale von Handys leichte Auswirkungen besonders auf Kinder haben.

Zudem kritisiert der Brite die Mobiltelefon-Industrie, die sich seiner Meinung nach hinter einer im Mai veröffentlichten Studie (bekannt als "Stewart Report") der Independent Expert Group on Mobile Phones (IEGMP) versteckt. Diese Untersuchung habe zwar einige sinnvolle Vorschläge zum richtigen Umgang mit Mobiltelefonen gemacht, aber konkrete Richtlinien gerade für Kinder fehlten darin.

Das britische Gesundheitsministerium hatte sich positiv über die Ergebnisse der Studie geäußert und gleichzeitig mitgeteilt, im Mai 2000 eine eigene, Millionen Pfund schwere Untersuchung in Auftrag gegeben zu haben. Am vergangenen Freitag räumte eine Sprecherin des Ministeriums jedoch ein, dass man bislang weder die Forschertruppe noch die Kosten für das Projekt bestimmt habe.