Innenminister

De Maizière hat nun neuen Personalausweis

03.12.2010
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat seit Freitag einen neuen, elektronisch lesbaren Personalausweis.
Thomas de Maizière zeigt einen nPA-Prototypen auf der CeBIT 2010.
Thomas de Maizière zeigt einen nPA-Prototypen auf der CeBIT 2010.

Er räumte anfängliche Probleme mit der Software für die Online-Funktion des Ausweises ein. Vom 3. Januar an werde es aber eine neue, verbesserte Version der "AusweisApp" geben (derzeit gibt es überhaupt keine). Auch die Debatte um die Lesegeräte sei erledigt, sagte de Maizière, als er sich den Ausweis im Rathaus Schöneberg abholte: "Ich bleibe dabei, der neue Personalausweis ist sicher. Er ist hundertmal sicherer als alle Geschäfte, die man bisher nur mit einer PIN oder sogar ohne PIN über das Internet gemacht hat."

Die Einführung sei "alles in allem" gelungen, so der Minister. Seit dem 1. November würden die 5300 zuständigen Behörden in Deutschland nur noch die neuen Personalausweise ausgeben. 30.000 Anträge gingen derzeit pro Werktag ein, genauso viel wie im vergangenen Jahr. "Es gibt also weder einen Ansturm noch eine Zurückhaltung, sondern die Bürger verhalten sich ganz normal bei der Beantragung." Die Bundesdruckerei hinke allerdings mit der Auslieferung nach. Bisher seien 300.000 neue Ausweise gedruckt. "Das sind weniger als erwartet. Es wird jeden Tag besser. Und das muss auch besser werden."

De Maizière bestätigte im Bürgeramt, dass die Online-Funktion seines neuen Ausweises aktiviert werden solle und änderte auf einem Terminal die ihm per Brief zugesandte fünfstellige PIN in eine persönliche sechsstellige Geheimzahl. In seinem neuen Personalausweis nutzt er auch die freiwillige Option, seinen Fingerabdruck auf einem Chip speichern zu lassen. Zu den Vorteilen des neuen Ausweises meinte de Maizière: "Er ist klein, aber oho. Er ist praktisch. Er ist auch nicht so leicht - ich hätte fast gesagt - in der Waschmaschine umzubringen."

Der neue Personalausweis ist eine Plastikkarte in der Größe einer Scheckkarte mit eingebautem Chip. Er erfüllt drei Funktionen: Er ist ein hoheitliches Ausweisdokument, erlaubt die Identifikation bei Internet-Geschäften und bietet die Möglichkeit, mit einer digitalen Signatur rechtsverbindliche Verträge abzuschließen. Informatiker, Datenschützer und Mitglieder des Chaos Computer Clubs hatten den neuen Ausweis kritisiert. Die Lesesoftware sei zu kompliziert, die Daten auf dem Ausweis könnten zu leicht gestohlen werden und die billigen Lesegeräte seien zu unsicher. (dpa/tc)