Francotyp-Postalia sticht Telekom aus

De-Mail startet - mit einer Überraschung

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Als erster akkreditierter Anbieter hat der Frankier- und Kuvertiermaschinenhersteller Francotyp-Postalia (FP) mit dem Versenden und Empfangen rechtsverbindlicher De-Mail-Sendungen begonnen.
FP-Vorstandssprecher Hans Szymanski präsentierte stolz die De-Mail-Akkreditierungsurkunde mit der Nummer 1. Links neben ihm FP-Vorstand Andreas Drechsler.
FP-Vorstandssprecher Hans Szymanski präsentierte stolz die De-Mail-Akkreditierungsurkunde mit der Nummer 1. Links neben ihm FP-Vorstand Andreas Drechsler.
Foto: Simon Hülsbömer

Am Dienstag um Punkt 10 Uhr erhielt der Birkenwerder Mittelständler an seinem Messestand die Akkreditierungsurkunde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wurde damit offiziell zum De-Mail-Anbieter "0001", wie FP-Vorstandssprecher Hanz Szymanski stolz verkündete. Erst 35 Minuten später war es dann auch am Messestand der Deutschen Telekom soweit. Grund für diese Reihenfolge sei laut BSI-Vertreter Bernd Kowalski die Tatsache, dass FP bereits im Vorfeld der CeBIT alle vorbereitenden Zertifizierungsstufen durchlaufen habe und die Telekom erst vor Ort in Hannover die letzten notwendigen Nachweise erbringen konnte.

Nach der Akkreditierung stellte FP gleich seine De-Mail-Preise vor, die ein wenig über denen der Telekom liegen werden. So soll eine De-Mail der Größe "Minibrief" mit bis zu 50 Kilobyte und ohne Anhänge 28 Cent kosten. Der elektronische Standardbrief mit Anhang bis zu einem Megabyte schlägt mit 33 Cent zu Buche, die Maxiversion mit bis zu zehn Megabyte wird zunächst mit 66 Cent veranschlagt. Als Zusatzleistungen bietet FP die Optionen "Versandbestätigung" (58 Cent), "Eingangsbestätigung" (58 Cent), "persönlich" (41 Cent) und "Absenderbestätigung" (41 Cent) an. Im Privatanwenderumfeld kommt zu allen Preise noch die Mehrwertsteuer hinzu.

Gateways für jedes E-Mail-System

Für Unternehmen mit bis zu 25 internen Anwendern bietet FP außerdem ein De-Mail-Gateway an, das sich mit jedem beliebigen E-Mail-Client verbinden lässt. Damit ist das rechtssichere Versenden von De-Mails auch außerhalb der FP-eigenen Webportal-Lösung möglich. Für bis zu zehn Arbeitsplätze kostet das Gateway 99 Euro, für bis zu 25 Arbeitsplätzen 219 Euro im Monat - größere Einsatzszenarien sind bislang nicht vorgesehen. Die Gateway-Verträger haben eine Laufzeit von wahlweise zwölf, 24 oder 36 Monaten, wobei sich die Preise nicht voneinander unterscheiden. "Als weitere Leistungen für die längeren Laufzeiten bieten wir stattdessen eine Best-Preis-Garantie für Bestandskunden und die kostenlose Gateway-Installation vor Ort an", erklärte FP-Vertriebler Axel Jahnhoff.

Vertretungsberechtigte Personen von Unternehmen, die das De-Mail-Angebot von FP in Anspruch nehmen möchten, können sich ab sofort registrieren: In dieser Woche ist das am FP-Messestand D08 in CeBIT-Halle 3 möglich - später stattet FP seinen Bestands- und Neukunden "Hausbesuche" ab. Ein Identifikations- und Registrierungsverfahren für Privatanwender soll bald folgen. Bis dahin ist für diese vorerst nur eine Registrierung mit dem elektronischen Personalausweis möglich.

Ziel: 50 Millionen De-Mails im Jahr

Francotyp-Postalia will "bis 2015 richtungsweisender De-Mail-Anbieter für kleine und mittelständische Unternehmen sein", so Szymanski. Dafür plant das Unternehmen, in den kommenden drei bis fünf Jahren zehn Prozent aller mit De-Mail versendeten Briefe abzuwickeln, was Schätzungen zufolge ungefähr 50 Millionen Sendungen jährlich ausmachen wird. "Mit unseren Branchenkenntnisse, dem großen Kundenstamm und unser im Vergleich zum Wettbewerb geringeren Unternehmensgröße, die uns flexibler macht, wollen wir dieses Ziel erreichen", so Jahnhoff.