Elektronische Post vor dem Start

De-Mail startet im Frühjahr

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
De-Mail, das rechtsverbindliche und vertrauliche Versenden von Nachrichten und Dokumenten über das Internet, kommt nun endlich auf den Markt. Als erstes der drei Unternehmen, die sich um eine Akkreditierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beworben haben, hat die Telekom den Start ihres De-Mail-Angebot angekündigt.
Foto: BSI

De-Mail-Projektleiter Jens Mayer nannte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Frühjahr 2012 als Termin für den Start des De-Mail-Angebots der Telekom. "Das Interesse ist groß, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatkunden", sagte Mayer der FAZ. Allein die beiden Anbieter Telekom und United Internet hätten bereits rund 1,3 Millionen Anfragen registriert.

Ursprünglich hätte De-Mail bereits Anfang dieses Jahres starten sollen, allerdings verzögerte sich das Projekt zunächst aufgrund der verspäteten Gesetzgebung und danach wegen der Verspätungen bei der Definition der Anforderungen und der Zulassung von Providern. Bislang ist De-Mail daher nur in einem einzigen Pilotprojekt in Friedrichshafen am Bodensee getestet worden. Das Projekt läuft Ende 2011 nun endgültig aus.

Über die genaue Preisgestaltung schweigt sich die Telekom bislang aus. Projektleiter Mayer verriet der FAZ aber, dass sein Unternehmen den E-Postbrief, der mit 55 Cent soviel kostet wie ein normaler Brief, unterbieten werde. "Unser Preis wird auf jeden Fall ein gutes Stück darunter liegen", sagte Mayer der FAZ. Vorteil Telekom: Bezahlt werden könne die De-Mail über die Telefonrechnung, aber es werde auch andere Möglichkeiten geben. Die Anmeldung wird kostenlos erfolgen, so Mayer, der zudem ankündigte, für Privatkunden ein Freikontingent samt ausreichend Speicherplatz anbieten zu wollen.

Für Unternehmenskunden werde die Telekom das De-Mail-Angebot mit Druck- und Versandleistungen kombinieren, kündigte Mayer an. Anders als bei vergleichbaren Angeboten der Post werde es dabei keinen Medienbruch geben. Die Post bietet ihren Kunden an, elektronisch übersandte Mitteilungen auszudrucken und den Empfängern als normale Briefe zuzustellen. Bei der Telekom würden Sendungen entweder durchgängig digital oder auf Papier zugestellt, erklärte Mayer.