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De Icaza: Projekt Mono eher RAD als Web-Services

14.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Meinung von Miguel De Icaza, Gnome-Mastermind und Ximian-Gründer, zielt das kürzlich angekündigte "Open-Source-.Net" Projekt "Mono" eher auf Rapid Application Development als auf die von Microsoft in den Vordergrund gestellten Web-Services. Ximian habe sich in der Vergangenheit auf quelloffene Anwendungssoftware konzentriert, erklärte De Icaza in einem Exklusivinterview mit "Computerwire", und das solle auch so bleiben - auch wenn Open Source im Server-Bereich erfolgreich und Server-basierte Web-Services in aller Munde seien.

Die Portierung von Mono auf Server überlässt Ximian lieber der Open-Source-Gemeinde. Zurzeit arbeiten mehr als 40 Freiwillige an quelloffenen Version von C# ("See sharp"), der Common Language Infrastructure (CLI) und rund 1500 Libraries. ".Nets komponentenbasierte Architektur und die Garbage Collection von C# werden nach Einschätzung von De Icaza die Entwicklungszyklen drastisch verkürzen. "Die neue Plattform verringert die Projektdauer von zwei Jahren auf sechs Monate. Die Entwicklungsumgebung ist fantastisch."

.Net habe er wegen dessen Unterstützung mehrerer Sprachen gewählt. "C# ist wie Java. Das Interessante ist aber, dass man Programme nicht in C# laufen lassen muss. Man kann Cobol oder was auch immer nehmen. Beim Java-Ansatz muss man halt das ganze Universum in Java erschaffen", so der Ximian-Mann.

Das Mono-Projekt basiert auf .Net-Spezifikationen, die Microsoft der ECMA (European Computer Manufacturers´ Association) zur Standardisierung vorgelegt hat. Diese beschreiben die Funktionalität von C# und CLI, machen aber keine Angaben zur Architektur der Features. Beim Garbage Collector hat sich Ximian laut De Icaza für Intels "Sapphire" entschieden. Dieser arbeite im Bereich von Hundertstel Millisekunden und sei damit zehnmal schneller als der Durchschnitt.