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Dawning plant Supercomputer auf Opteron-Basis

28.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der in Peking angesiedelte Server-Hersteller Dawning hat einen Supercomputer auf Basis des 64-Bit-Prozessores "Opteron" von AMD angekündigt. Im "4000A" sollen 2000 CPUs, zwei Terabyte Arbeitsspeicher und 30 Terabyte Festplattenspeicher (ein Terabyte = 1000 Gigabyte) zum Einsatz kommen. Damit wird der Bolide nach Einschätzung des Herstellers zehn Billionen Rechenschritte pro Sekunde (zehn Teraflops) ausführen können.

Mit dieser Leistung würde sich der Rechner auf Rang 3 in der Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer nach NECs "Earth Simulator" (knapp 36 Teraflops) und Hewlett-Packards "ASCI Q" (knapp 14 Teraflops) einreihen. Allerdings ist bislang unbekannt, was der Supercomputer berechnen soll. Auch wer der Kunde ist, hat Dawning bislang nicht verraten. Insider vermuten, dass die chinesische Regierung hinter dem Auftrag steckt.

Der außerhalb Chinas relativ unbekannte Hersteller Dawning wurde 1995 aus der chinesischen Akademie der Wissenschaften ausgegründet. 1997 stellte er mit dem "1000 Plus" den ersten von einem chinesischen Unternehmen produzierten Server mit Parallel-Processing-Funktionen vor. Er basierte auf dem IBM-Unix AIX sowie acht Power-Prozessoren, die jeweils mit 200 Megahertz takteten und auf 256 Megabyte RAM zugreifen konnten. Der Rechner brachte es auf eine Leistung von 1,5 Gigaflops. Der im Juni dieses Jahres fertig gestellte Supercomputer "4000L" bietet 4,2 Teraflops und wird in der staatlichen petrochemischen Industrie eingesetzt.

Den weltweit leistungsfähigsten Supercomputer plant zurzeit der US-Hersteller Cray. Wie der 4000A auf Opteron-Prozessoren basierend, wird "Red Storm" voraussichtlich 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können. In einer zweiten Ausbaustufe sollen 60 Teraflops möglich sein. Für das Projekt veranschlagt Cray 90 Millionen Dollar. (lex)