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Dating-Site Friendster.com gewinnt einflussreiche Freunde

03.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Online-Dienst Friendster stellt seine Kompetenz in Sachen Partnersuche und Netzwerkbildung am eigenen Beispiel unter Beweis: Nach der dritten Finanzierungsrunde liest sich die Liste der Investoren und Berater wie das Who is who der New Economy. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, haben vor kurzem der ehemalige Yahoo-CEO Tim Koogle, der frühere Paypal-Chef Peter Thiel sowie Ram Shiram, Board-Mitglied von Google sowie designierter Vice-President von Amazon.com, in das Unternehmen investiert. Die Beteiligungssumme ist zwar mit gut einer Million Dollar nicht gerade üppig, aber immerhin gelang es der Company damit erstmals, eine siebenstellige Summe an Land zu ziehen. Außerdem, so das Startup, profitiere es von der Erfahrung der Mentoren.

Friendster habe es sich zum Ziel gesetzt, die nächste große Internet-Company oder -Marke nach Google, Amazon oder Ebay aufzubauen, sagte 33-jährige Gründer Jonathan Adams. Um dies zu erreichen, versuche das Unternehmen, ein Team von Investoren und Beratern mit den meisten Erfahrungen der Branche um sich zu scharen.

Zwar gibt es inzwischen Partnervermittlungssysteme wie Sand am Meer. Friendster konnte jedoch seit dem Launch im März bereits 1,8 Millionen Nutzer werben. Dies oder sein revolutionäres Konzept dürften das Interesse der alten E-Commerce-Hasen an dem Online-Dienst geweckt haben: Im Gegensatz zu anderen Dating-Sites werden bei Friendster - fast wie im richtigen Leben - nur Personen zusammengebracht, die sich über Freunde von Freunden kennen. Dazu erstellen Nutzer ein persönliches Profil und laden gleichzeitig Freunde dazu ein, sich anzumelden. Anschließend verweisen sie dann in Form von Bildern und Empfehlungsschreiben auf diese - und umgekehrt. Auf diese Weise wird aus der typischen Datenbank mit anonymen Singles eine überschaubare Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und sei es auch nur über fünf Ecken. Friendster selbst spielt dabei über seine Software den Kuppler. Gegenwärtig verzichtet der Online-Dienst noch auf Werbung, Nutzungsgebühren sollen

innerhalb eines Jahres eingeführt werden. (mb)