iPhone 6S

Datenschutzbedenken wegen "Hey Siri" und Live-Photos

15.09.2015
Dem iPhone 6S hat Apple nicht nur neue Hardware, sondern auch einige exklusive Software-Features spendiert, darunter die Always-on-Funktion für den Sprachassistenten ("Hey Siri") und Live-Photos. Beide weckten aber auch Bedenken von Datenschützern, zu denen Apple jetzt Stellung bezogen hat.
Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus
Apple iPhone 6S und iPhone 6S Plus
Foto: Apple

Mit iPhone 6S und iPhone 6S Plus hat Apple auch zwei neue Software-Funktionen vorgestellt, die hinsichtlich der Datenschutzgestaltung umstritten sind. Das eine Feature, Live-Photos, nimmt vor und nach dem Knipsen eines Fotos auch Bewegtbild und Ton auf, das andere ermöglicht dem Nutzer die Verwendung des Sprachassistenten über den Befehl "Hey Siri" nun auch ohne Verbindung des iPhone mit dem Stromnetz. Vor allem bei letzterem Always-on-Feature wurden Befürchtungen laut, nach denen das Smartphone dauerhaft mithört - zwangsläufig stellt sich die Frage danach, wie Apple mit den Daten verfährt und wo sie hin gesendet werden. In einer Frage-Antwort-Runde hat Apple nun gegenüber TechCrunch Stellung bezogen.

Laut Aussage von Apple werden Video und Ton bei den Live-Photos erst dann aufgenommen, wenn der Nutzer auch tatsächlich den Auslöser der Kamera betätigt. Mit dem Einschalten der Kamera-App und der Live-Funktion werden die Sekunden vor der Aufnahme gebuffert, nicht aber auf dem Gerät gespeichert oder an andere Server übertragen. Außerdem gilt für die Live-Photos derselbe Sicherheitsstandard wie für Standbilder und Videos: Sie werden während der Übertragung auf die iCloud-Server und auch dort gelagert verschlüsselt.

Hey Siri: iPhone lernt die Stimme seines Nutzers

Eine ähnliche Aussage gibt Apple zu "Hey Siri" ab. In keinem Fall nimmt das iPhone Gespräche oder Umgebungsgeräusche auf und schickt diese Informationen an die Server des Unternehmens, wenn der Nutzer das Feature nicht ausgelöst hat. Auslöser ist in diesem Fall das Hotword "Hey Siri", das die Software des iPhone auch dem Sprachmuster nach seinem Nutzer zuordnen kann - entsprechend muss das iPhone bei der Einrichtung erst einmal an die eigene Aussprache angelernt werden. Die Erkennung des Hotwords geschieht lokal, die Anfrage an Siri selbst wird wie gewohnt über das Internet abgewickelt und nicht der Apple-ID, sondern einer generierten und anonymen Identität zugeordnet.

Vor allem nach den Leaks von zahlreichen Nacktfotos von Prominenten im vergangenen Jahr über die iCloud-Server betonte Apple, dass man kein Interesse an den privaten Daten seiner Kunden habe. Im Juni erklärte CEO Tim Cook, dass sich Apple der Datensammelwut, wie sie andere IT-Unternehmen pflegen, nicht hingeben wird.

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Mark Zimmermann

Das schöne ist ja, dass diese Dinge auch durch neutrale dritte geprüft werden können. Alleine den Netzwerkverkehr zu überwachen, während man Siri ruft , hilft die Aussage von Apple zu bestätigen.

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