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Datenschützer schürt E-Mail-Panik

04.06.1999
"Offener als Postkarten"

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der sachsen-anhaltinische Beauftragte für den Datenschutz, Klaus-Rainer Kalk, warnt vor negativen Auswirkungen der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung. Er hält E-Mails für "offener als Postkarten", was ihre Vertraulichkeit angeht. Auf ihrem Weg durch das weitläufige Internet würden Botschaften mitunter von 200 eigentlich unbeteiligten Internet-Nutzern gelesen und gelegentlich sogar "umformuliert" - das klingt allerdings, mit Verlaub gesagt, nach einem Ammenmärchen (zumindest, solange der EU-Ministerrat seine "Enfopol-98"-Richtlinie nicht verabschiedet). In diesem Zusammenhang mahnte der Datenschützer speziell die Landesverwaltungen zu größter Vorsicht im Umgang mit personenbezogenen Daten. Die Ausbildung der Beschäftigten habe mit der technischen Ausstattung nicht schrittgehalten.