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Datenschützer migrieren auf Linux

04.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Rennen um die Gunst der öffentlichen Hand kann die Open-Source-Gemeinde einen weiteren Erfolg verbuchen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz hat seine Dienststelle auf Linux-Server umgestellt. "Bei der Erneuerung unserer IT-Infrastruktur standen für uns Verfügbarkeit und Sicherheit an erster Stelle", begründete Johannes Landvogt, IT-Verantwortlicher beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz, die Entscheidung für das Open-Source-System.

Tatsächlich handelt es sich bei der Installation der Bonner Behörde um eine Hochverfügbarkeitslösung, bestehend aus zwei Server-Paaren (IBM eServer) unter der Distribution Suse Linux Enterprise Server 8. Diese stellen alle bisher unter Windows NT offerierten Dienste zur Verfügung, beispielsweise Verzeichnis-, Mail, File- oder Web-Server.

In der Konfiguration steht einem aktiven Server jeweils ein Backup-Rechner zur Seite, der im Fehlerfall dessen Funktionen übernehmen kann. Die Rechner sind über eine doppelt ausgelegte Gigabit-Ethernet- und eine serielle Verbindung gekoppelt. Eine in der Linux-Distribution enthaltene "Heartbeat"-Funktion überwacht permanent die Funktionstüchtigkeit des aktiven Servers und schaltet bei Störungen auf das Backup-System um.

Laut Landvogt nutzt seine Behörde dabei den im Juni 2002 geschlossenen Rahmenvertrag zwischen dem Bundesinnenministerium und IBM Deutschland. Dieser gewährt der öffentlichen Hand günstige Konditionen bei der Beschaffung und Installation von Open-Source-Produkten. (wh)